Kahnbeinpseudarthrose Risiken

Operationsrisiken bei der Behandlung einer Kahnbeinpseudarthrose (Kahnbeinfalschgelenk)

Risiken der Operation können immer nur individuell besprochen werden. Hier kann nur ein Überblick gegeben werden

Ist das Risiko von Nachblutungen hoch?
Nein: Nachblutungen – sowohl am Handgelenk als am am Beckenkamm – sind selten. Eingelegte Drainage verhindern meist auch allzu starke Schwellung. Schwerwiegende Blutergüsse  zwingen jedoch dazu, die Wunde nochmals zu öffnen und das Hämatom zu entfernen.

Um dieses Risiko zu mindern sprechen Sie vor der Op mit Ihrem behandelnden Arzt über eingenommene Medikamente:

Präparate wie ASS100®, Aspirin®, Plavix®, Marcumar® vermindern die Fähigkeit des Blutes zur Gerinnung

Wie ist das Risiko einzuschätzen, dass das eigentliche Op-Ziel – die Kahnbeinpseudarthrose zu heilen – nicht erreicht wird?
Diese Risiko ist durchaus realistisch. Gerade, wenn die Pseudarthrose schon älter ist, kommt es häufiger zu Fehlschlägen, da die Durchblutung in den Bruchstücken schlecht ist.

Was kann man selbst zum Erfolg der Operation beitragen?
Das Handgelenk soll nur in enger Absprache mit dem operierenden Arzt belastet werden. Sehr empfehlenswert ist es, auf Sportarten mit hohem Verletzungsrisiko (Sturz auf die Hand) im ersten halben Jahr zu verzichten. Fußball, Handball, Skifahren und dergleichen sollten erst dann wieder praktiziert werden, wenn im Röntgenbild die Beseitigung der Kahnbeinpseudarthrose zu erkennen ist.

Wie ist das Risiko einer Infektion einzuschätzen?
Gravierende Infektionen tief im Gelenk oder am Knochen des Beckens sind glücklicherweise sehr selten. Sie machen jedoch immer Nachoperationen erforderlich.

Einfache oberflächliche Infektionen und Wundheilungsstörungen heilen durch frühes Entfernen der Fäden oder andere lokale Maßnahmen sowie Antibiotika ab.

Was kann man selbst zu Verminderung des Infektionsrisikos tun?
Nicht nur im Operationssaal können Bakterien in die Wunde am Handgelenk oder am Beckenkamm gelangen. Auch wenn ein Verband bei noch recht frischer Wunde beim Duschen nass wird, können Bakterien zwischen den Fäden entlang in die Wunde eindringen und zu einem Infekt führen!

Kann es infolge der Operation am Handgelenk oder am Beckenkamm zu Nervenschäden kommen?
Dies ist zwar selten, aber durchaus möglich. In der Nähe des operativen Zuganges zum Kahnbein verläuft ein Hautnerv, der etwas so dick ist wie eine Bleistiftmine.

Wird dieser Hautnerv verletzt, so hat man am Daumenballen kein Gefühl mehr. In diesem Bereich können aber auch Mißempfindungen und eine Neuromschmerz entstehen.

Am Beckenkamm verläuft ebenfalls nahe des Operationsgebietes eine Hautnerv, der das Gefühl an der Leiste und am seitlichen Genitale vermittelt. Die Verletzung dieses Hautnerven kann ebenfalls zu unangenehmen neuropathischen Schmerzen führen.

Kann durch die Entnahme von Beckenkammknochen das Becken geschwächt werden und leichter brechen?
Bei der Operation einer Kahnbeinpseudarthrose wird nur eine relativ geringe Knochenmenge aus dem Becken entnommen. (zumindest, wenn man die entnommene Knochenmenge mit vielen anderen orthopädischen oder unfallchirurgischen Eingriffen vergleicht)

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