Handgelenk Teilversteifung OP-Technik

Durchführung der Teilversteifung  (Teilarthrodese des Handgelenkes)

Wie wird eine Handgelenksteilversteifung durchgeführt?
Das Prinzip ist immer gleich. Zwischen den Handwurzelknochen die operativ vereinigt (arthrodesiert) werden, wird zunächst der Knorpel abgeschliffen. Lücken zwischen diesen Knochen müssen durch Knochen von einer anderen Stelle aufgefüllt werden.
Dann werden die zu vereinigenden Knochen mit Drähten oder mit Schrauben fest aneinander fixiert.
Hierdurch kommt es dann im Laufe einiger Monate zu einer zunehmenden knöchernen Vereinigung von Knochen, die sonst getrennt sind.

Bei der relativ häufigen Arthrose zwischen Kahnbein und der Speiche wird also die operative Vereinigung zwischen Kahnbein und Speiche durchgeführt?
Dies ist prinzipiell möglich. Diese Technik führt jedoch dann zu einer doch recht hochgradigen Einschränkung der Beweglichkeit, die einer totalen Handgelenksarthrodese schon sehr nahe kommt.
Hier hat sich ein anderes Verfahren in dieser Situation bewährt.
Die Arthrose zwischen Speiche und Kahnbein tritt ja relativ häufig auf, Ursachen sind nicht nur lange bestehende Kahnbeinbrüche, sondern auch alte Bandrisse oder auch Arthrosen aus inneren Ursachen.
Bei dieser Situation entfernt man das Kahnbein. Im Bereich der übrigen Handwurzelknochen wird dann der Knorpel abgeschliffen. In die Hohlräume wird das Knochenmaterial aus dem zuvor entfernten Kahnbein wieder ähnlich wie Mörtel in Fugen zwischen Steine eingesetzt. Zusätzlich kommt dann eine Stabilisierung mittels Drähten oder Schrauben zur Anwendung. Der Vorteil dieser Methode ist eine größere Restbeweglichkeit für das Handgelenk

Teilarthrodese Operation

teilversteiftes Handgelenk im Röntgenbild

nebenstehende Abb. zeigt ein teilversteiftes Handgelenk. Hier erfolgte die Versteifung mit einem speziellen Ring und Schrauben.

Der große „Hohlraum“ (roter Pfeil) entspricht der Entnahmestelle des Kahnbeins.

Gibt es auch noch andere Teilarthrodesen im Handgelenk außer der eben skizzierten Form?
Ja, prinzipiell kann praktisch jeder Knochen in der Handwurzel mit dem jeweiligen Nachbarknochen vereinigt (arthrodesiert) werden. Besonders häufig kommt jedoch neben der schon beschriebenen mediocarpalen Arthrodese auch die STT-Arthrodese zur Anwendung.

Was versteht man unter STT-Arthrodese?
Genau genommen bedeutet das Wort eine Vereinigung zwischen Scaphoid, Trapezium und Trapezoid . Diese Fachausdrücke stehen im Einzelnen für:

Scaphoid=Kahnbein
Trapezium=großes Veilecksbein
Trapezoid= kleines Veilcksbein
Der Begriff STT-Arthrodese bezeichnet lediglich die Anfangsbuchstaben der hierbei vereinigten Knochen.

Wann kommt eine STT-Arthrodese denn schwerpunktmäßig zur Anwendung?
Besonders häufig kommt diese Form der Arthrodese (STT-Arthrodese) in Betracht unter folgender Situation.
Mondbeintod (Lunatummalazie Stadium 3A)
Ältere Bandrisse zwischen Kahnbein und Mondbein, die zu einer Verschiebung des Kahnbeins geführt haben.
Die Arthrose zwischen Kahnbein und den beiden Vielecksbeinen aus innerer Ursache (sogenannte STT-Arthrose).

Wie wird dieser Eingriff durchgeführt?
Prinzipiell wird bei diesem Eingriff der Knorpel zwischen dem Kahnbein und den beiden Vielecksbeinen abgeschliffen, dann wird zur Stabilisierung zwischen dem Kahnbein und den beiden Vielecksbeinen Schrauben eingebracht oder auch Drähte oder spezielle Klammern.
Im Anschluss an diese Operation ist ebenfalls eine längere Ruhigstellung erforderlich.

Nach dem Abschleifen des Knorpels entstehen hier auch in dieser Grenzzone Lücken. Müssen auch diese Lücken mit Knochen von anderer  Stelle aufgefüllt werden?
Ja, wenn größere Lücken entstehen, würde sonst keine Vereinigung der Knochen stattfinden. Knochenmaterial kann entweder vom Beckenkamm oder aus der Speiche gewonnen werden.
Bei kleinerer Verpflanzung von Knochen ist hier die Speiche als Entnahme gut geeignet.

Welche Narkose kommt bei einer Teilversteifung des Handgelenkes zur Anwendung?
Hier steht eine Vielzahl von Narkoseverfahren zur Verfügung. Sehr viele Eingriffe an Hand und Handgelenk werden in Plexusanästhesie (Armbetäubung) durchgeführt.
Bei dieser Betäubung wird der gesamte Arm schmerz- und empfindungsfrei, nach der Injektion eines Betäubungsmittels in die Achselhöhle. Hier verläuft ein Nervengeflecht, in dem auch die Schmerznerven von Hand und Handgelenk enthalten sind. Durch ein Betäubungsmittel werden diese Nerven für viele Stunden ausgeschaltet.
Sollte im Einzelfall einmal eine Knochenverpflanzung vom Beckenkamm notwendig sein, so muss zumindest für diesen Teil des Eingriffes eine Vollnarkose erfolgen.

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