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Venenthrombose Therapie

Therapie der tiefen Venenthrombose:

was wird bei einer sicher diagnostizierten tiefen Venenthrombose gemacht?

Die Therapie der tiefen Venenthrombose stützt sich auf 2 therapeutische Säulen:

  • physikalische Therapie:
  • medikamentöse Therapie

was wird bei der physikalischen Therapie der tiefen Venenthrombose gemacht?

Zur physikalischen Therapie der tiefen Venenthrombose gehört die Einleitung einer Kompressionsbehandlung. Dies können anfänglich speziell angelegte Kompressionsverbände sein. Im längerfristigen Verlauf ist es für den Patienten einfacher die Kompression über Kompressionsstrümpfe zu erreichen.

Worin liegt der Sinn einer solchen Kompressionsbehandlung?

Durch den dauernden Druck von außen auf das Bein, bei der Kompressionsbehandlung, werden die Venen im Bein verengt und damit die Geschwindigkeit des Blutflusses gesteigert. Der gesamte Rückfluss von Blut und Gewebeflüssigkeit in Richtung Herzen wird hierdurch vermehrt. Dies hat einen günstigen Effekt auf die mit der Thrombose verbundenen Schwellungen (Ödeme). Die Kompressionsbehandlung ist jedoch auch wesentlich daran beteiligt, dass weitere Wachsen des Blutgerinnsels und die Ausbildung neuer Blutgerinnsel zu verhindern.

Soll man nach einer tiefen Venenthrombose Bettruhe einhalten oder sich weiterhin bewegen?

Früher war es üblich bei einer tiefen Venenthrombose eine recht strikte Bettruhe einzuhalten. Die heutigen Therapieempfehlungen zeigen etwa folgenden Trend:

Bei ambulanten und mobilen Patienten wird eine Kompressionsbehandlung eingeleitet und diese Patienten werden mobilisiert. Dies fördert die Muskelpumpe der Beinmuskulatur und trägt ebenfalls zur Beschleunigung des Blutflusses in Richtung Herzen bei. Die meisten Patienten mit einer Venenthrombose können auf diese Weise ambulant behandelt werden.

Bei einer ausgedehnten Thrombose mit stärkeren Schmerzen und Schwellungen, kann eine stationäre Behandlung sinnvoll sein. Hierbei ist es eventuell notwendig, dass von einer Thrombose betroffene Bein in den ersten Tagen hoch zu lagern und zu schonen.

Nach gegenwärtigem Kenntnisstand vermindert die Ruhigstellung und Hochlagerung des Beins jedoch nicht die Wahrscheinlichkeit für eine Lungenembolie. Die früher praktizierte strikte Immobilisierung eines Patienten mit tiefer Venenthrombose ist nach heutigem Kenntnisstand nicht mehr erforderlich!

Was kann man als Patient selbst zum Gelingen einer guten Nachbehandlung nach einer Thrombose beitragen?

Als Patient sollte man neben der konsequent anzuwendenden Kompressionstherapie und der (weiter unten erläuterten) medikamentösen Therapie regelmäßig das kontrollierte Gehen praktizieren. Unter „kontrolliertem Gehen“ versteht man, dass der Betroffene – neben seiner allgemeinen Mobilität – 3x täglich 20 – 30 Minuten bewusst spazieren geht!

Was wird bei einer medikamentösen Therapie einer Thrombose gemacht?

Als Sofortmaßnahme ist die unverzügliche und ausreichende medikamentöse Blutverdünnung (Antikoagulation) geboten! Nach heutigem Wissensstand lässt sich hierdurch die Wahrscheinlichkeit einer Lungenembolie oder auch einer später verbleibenden Beinschwellung (postthrombotisches Syndrom) deutlich reduzieren.

Welche Medikamente kommen dabei zum Einsatz?

Zum Einsatz kommt Heparin. Viele Patienten, die einmal im Krankenhaus gelegen haben, kennen Heparin, dass Ihnen zur Vorbeugung einer Venenthrombose im Bereich der Bauchdecke gespritzt wurde.

Wird das Heparin jedoch zur Behandlung einer tiefen Venenthrombose und nicht ausschließlich zu deren Vorbeugung eingesetzt kann, so muss es deutlich höher dosiert werden.

Mit welchen Nebenwirkungen muss bei einer solchen Heparintherapie gerechnet werden?

Heparin kann in Einzelfällen zu einem gefährlichen Abfall der Blutplättchen (Thrombozyten) führen. Eine solche durch Heparin verursachte Verminderung der Thrombozyten führt zu verstärkten Blutungen.

Um eine solche denkbare Komplikation früh zu erfassen, wird bei einer Therapie mit Heparin regelmäßig das Blutbild bestimmt. Ein eventuell durch die Heparintherapie verursachter Abfall der Blutplättchen (Thrombozyten) kann dann im Blutbild eventuell noch vor Auftreten erster klinischer Symptome erfasst werden.

Wird die Therapie mit Heparin längerfristig fortgeführt?

Nein! Dies ist nur in Einzelfällen sinnvoll, da eine Heparintherapie nicht mit einer Tabletteneinnahme möglich ist. Nach rund einer Woche erfolgt daher meist die Umstellung auf ein anderes Präparat, das in Tablettenform eingenommen werden kann. Das bekannteste Blutverdünnendes wirkende Medikament in Tablettenform (orale Antikoagulation) ist das Marcumar®

Ist es möglich, medikamentös das Gerinnsel – den Thrombus – in der Vene wieder aufzulösen?

Prinzipiell ist dies möglich. Es gibt eine medikamentöse Behandlung, die darauf abzielt die verschlossene Vene wieder vollständig zu öffnen. Eine solche Therapie wird Thrombolyse genannt. Eine solche Therapie hat jedoch viele Kontraindikationen und auch Nebenwirkungen. Ihre Erfolge im Sinne einer kompletten Wiederherstellung der verschlossenen Vene sind eher bescheiden.

Kann man den in einer tiefen Vene steckenden Thrombus (das Blutgerinnsel) nicht mittels einer Operation entfernen?

Prinzipiell ist es möglich mithilfe einer operativen Behandlung den Thrombus aus der verschlossenen Vene zu entfernen. Eine solche Behandlung ist in speziellen gefäßchirurgischen Zentren möglich.

Im Alltag der Behandlung einer tiefen Venenthrombose spielt die Operation jedoch nur eine ganz untergeordnete Rolle. Die operative Behandlung der tiefen Venenthrombose ist für spezielle Fälle, bei der der Verlust der Extremität droht, jedoch unverzichtbar.

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