Tarsaltunnel-Syndrom Therapie

Therapie des Tarsal-Tunnel-Syndroms

Ist es bei einem Tarsaltunnel – Syndrom hilfreich, Schuheinlagen zu tragen?
Dies ist ein oft naheliegender Gedanke und die Einlagenbehandlung des Tarsaltunnel – Syndroms ist auch vielfältig versucht worden. Leider führen Schuheinlagen oft zu einem völlig gegenteiligen Effekt. Sehr viele Betroffene berichten nach der Versorgung mit Schuheinlagen über verstärkte Beschwerden beim Stehen oder Gehen.

Kann man ein Tarsaltunnel – Syndrom durch Injektionen behandeln?
Eine konservative Therapie des Tarsaltunnel – Syndroms wird oft versucht, in dem man zum einen den Fuß ruhig stellt und zusätzlich ein örtliches Betäubungsmittel an den Tarsaltunnel spritzt. Manchmal wird dies auch in Kombination mit einem wasserlöslichen Kortison-Präparat vorgenommen. Da es sich jedoch bei dem Tarsaltunnel – Syndrom sehr oft um eine mechanische Enge im Tarsaltunnel handelt, darf man sich von einer solchen Therapie keine Wunder versprechen.

Wegen der „Enge“ im Tarsalunnel und der unmittelbaren Nachbarschaft Nerv und Arterie sollte eine solche Injektion nur von einem sehr erfahrenen Arzt durchgeführt werden.

Welche anderen Behandlungs-Möglichkeiten des Tarsal-Tunnel-Syndroms gibt es außer der operativen Behandlung noch?
Bei noch nicht zu weit fortgeschrittenen Druckschädigungen am Nervus tibialis und besonders bei Schwellungen im Tarsal-Tunnel wäre vor einer Operation die Therapie des Tarsaltunnel-Syndrom mit einem Kaltlaser zu erwägen. Operative Behandlungen sind nur dann eilig, wenn ein Tumor im Tarsaltunnel besteht. Dies ist aber nur ganz selten der Fall.

Wann ist denn eine operative Behandlung notwendig?
Eine Operation sollte dann ernsthaft in Betracht gezogen werden, wenn die Beschwerden über viele Monate bestehen und von belastender Intensität sind. Wenn die Beschwerden beispielsweise die Nachtruhe stören oder ein längeres Stehen oder Gehen erheblich beeinträchtigen oder wenn bereits eine motorische Beeinträchtigungen an Zehenbeweglichkeit nachzuweisen sind (mangelnde Abspreizfähigkeit der Zehen).

Ist die Anfertigung eines MRTs (Kernspintomogramm) vor der Operation sinnvoll?

MRT_TarsaltunnelDer große Vorteile des Kernspintomogramms besteht darin, dass man die Gefäße und Nerven im Tarsaltunnel direkt sehen kann. (rote Pfeile).

Hier ist die Kompression des Nerven zwar nicht direkt erkennbar. Weichteilgeschwülste wären jedoch gut auf einem MRT erkennbar.

Dies ist eine wertvolle Hilfe bei der Operationsplanung!

Was wird prinzipiell bei der Operation gemacht?

Da es sich beim Tarsaltunnel – Syndrom  um eine mechanische Druckschädigung des Nervus tibialis im Tarsaltunnel handelt, besteht das prinzipielle Ziel der operativen Behandlung in einer Erweiterung des Tarsalkanals.

Wie wird die Operation prinzipiell durchgeführt?

Operation_Tarsal_tunnelDas Prinzip der Operation besteht darin, dass man unterhalb des Innenknöchels einen bogenförmigen Schnitt anlegt.
Nach Durchtrennung der Haut gelangt der Operateur an das Dach des Tarsaltunnel. Dieses Dach des Tarsaltunnels wird von einem Band gebildet, das der Arzt Ligamentum lacinatum nennt.

Dieses Ligamentums lacinatum wird vollständig durchtrennt. Der Eingriff geht dann weiter mit einer sehr sorgfältigen Inspektion des Nervus tibialis. Die Druck-Entlastung des Nervus tibialis muss bis zu seinen Aufzweigungen vorgenommen werden.

Nach durchgeführter ’Dekompression’ wird der Tarsaltunnel nicht wieder verschlossen. Es wird lediglich die Haut zugenäht.

Welche Betäubung ist zur Durchführung einer Tarsaltunnel – Operation notwendig?
Viele Ärzte führen die Operationen des Tarsaltunnel – Syndroms durch, indem sie entweder eine Vollnarkose veranlassen oder aber Nerven im Bereich der Wirbelsäule betäuben, die dann zu einer verlässlichen Lähmung und Schmerzausschaltung des Beines führen.

Bei diesem Betäubungsverfahren ist es möglich, am Oberschenkel eine Manschette anzulegen, so dass während der Operation kein Blut ins Bein hinein fließt. Bei einer solchen Maßnahme kann der operierende Chirurg genau den Nervus tibialis sehen und auch die benachbarte Schlagader. Das Risiko einer versehentlichen Gefäßverletzung wird hierdurch deutlich gemindert.

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