Metallentfernung: Schrauben abgebrochen

Was geschieht mit abgebrochenen Schrauben bei Metallentfernung?

bei mir wurde eine Platte (Osteosyntheseplatte) aus der Speiche entfernt. Nach durchgeführter Operation berichtete der Arzt, dass die Platte entfernt wurde, aber 2 Schraubenteile nicht entfernt werden konnten.

Muss ich mir über die zurückgelassenen Schraubenteile Sorgen machen?

Nein! In dem gezeigten Beispiel zeigt das Röntgenbild in der Speiche zwei zurückgelassenen Schraubenteile.

zwei in der Speiche Schraubenteile

zwei in der Speiche festsitzende Schraubenteile

Die Schraubenköpfe sind entfernt und die ehemals an der Speiche liegende Platte ist ebenfalls entfernt worden.

Die beiden Schrauben wurden bei der Operation nicht aus Versehen im Knochen belassen, sondern beim Versuch, die Schrauben zu entfernen, ist der Schraubenkopf abgebrochen. Dies war auch gut so, denn andernfalls hätte die Platte an der Speiche nicht ohne weiteres entfernt werden können.

 

Warum wurden denn dann die im Knochen befindlichen Schraubenteile nicht auch entfernt?

Stellen Sie sich eine Schraube vor, die in eine Wand eingetreten ist. Wenn Sie versuchen diese Schraube zu entfernen, so ist dies in der großen Mehrzahl der Fälle kein Problem. Sie können die Schraube mit einem entsprechenden Werkzeug in der Mehrzahl der Fälle aus der Wand heraus drehen. Dies ist bei einer in den Knochen eines Menschen eingebrachten Schraube in aller Regel auch nicht anders.

Jedoch jeder Handwerker weiß, manche Schrauben sitzen außerordentlich fest und lassen sich nicht einfach herausdrehen. Bei einer solchen sehr festsitzenden Schraube, kann es vorkommen, dass die Schraube im Kopfbereich abbricht und ein Teil der Schraube in der Wand verbleibt.

In menschlichen Knochen kommt es immer wieder einmal vor, dass bei länger im Knochen befindlichen Schrauben, ein Verwachsen der Schrauben im Knochen stattfindet.

Wenn eine solche Schraube versucht wird heraus zu drehen, kann es vorkommen, dass das Schraubengewinde sich nicht mehr drehen lässt und bei kräftigem Bewegen am Schraubenkopf, die Schraube unterhalb des Schraubenkopfes abbricht. Das Röntgenbilder zeigt eine solche typische Situation.

Wann ist mit einem solchen Problem, dass eine Schraube bei Entfernung abbricht, besonders häufig zu rechnen?

Werden Osteosyntheseplatten innerhalb einer Zeitspanne von etwa 6-12 Monaten entfernt, so ist es sehr unwahrscheinlich, dass eine Schraube sich nicht mehr gut herausdrehen lässt. (Daher sollte man eine Metallentfernung, bei regelhaftem Verlauf, möglichst innerhalb einer Zeitspanne von 12 bis 18 Monaten vornehmen!)

Je länger jedoch eine Schraube  im Knochen liegt, umso größer ist die Gefahr, dass Knochen und Schraube so innig miteinander verwachsen, dass ein Drehen des Schraubengewindes nicht mehr möglich ist.

Die oben gezeigte Situation zweier abgebrochener Osteosyntheseschrauben, entstand bei einer Metallentfernung 2,5 Jahre nach operativer Versorgung des Speichenbruchs.

Und die abgebrochenen Schraubenteile brauchen wirklich nicht entfernt zu werden?

Eine Entfernung solcher abgebrochener Schraubenteile, ist in aller Regel nicht sinnvoll. Prinzipiell ist es jedoch möglich, auch solche abgebrochenen Schrauben aus den Knochen heraus zu operieren. In einem solchen Fall wird um die Knochen herum, mit einem speziellen Instrument, der Knochen ausgefräst und dann die Schraube entfernt.

Warum wurde dies in dem oben gezeigten Fall nicht praktiziert?

Das Herausbohren solcher abgebrochener Schraubenteile schafft in dem Knochen ein relativ großes Loch, das die Stabilität des Knochens schwächt.

Eine solche Maßnahme wird daher in der Unfallchirurgie oder in der Orthopädie nur dann praktiziert, wenn eine Allergie gegen die verwendeten Metalle vorliegt oder wenn das abgebrochene Schraubenstück, am anderen Ende des Knochens, deutlich übersteht und dort zum Beispiel zu Beschwerden führt oder zu Sehnenschädigungen führen kann.

In aller Regel machen jedoch solche abgebrochenen Schraubenteile keine Probleme und sollten dauerhaft belassen werden!

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