Beckenkamm-Risiken

Risiken der Knochenentnahme aus dem Becken

 

Welche Risiken hat die Entnahme von Knochen aus dem Beckenkamm?

 Grundsätzlich ist es an dieser Stelle nur möglich, die prinzipiellen Risiken der Knochenentnahme aus dem Beckenkamm zu nennen. Ihre individuellen Risiken können Sie nur nach einem eingehenden Informationsgespräch mit dem behandelnden Arzt abschätzen.

 In der ganz überwiegenden Zahl der Fälle verläuft die Knochenentnahme aus dem Beckenkamm unkompliziert und die dabei entstehende Operationsnarbe ist nach ein oder 2 Jahren kaum noch zu sehen.

Als relativ häufige Risiken sind zu nennen der ausgedehnte Bluterguss und die Nachblutung.

 

Was bedeuten diese Risiken konkret?

 Ein gewisser Bluterguss ist eine natürliche Folge der Operation bei der Knochenentnahme aus dem Beckenkamm. Sehr ausgedehnte Blutergüsse, die zum Beispiel die Haut ganz wesentlich vorwölben entstehen meist durch eine Nachblutung. In ausgeprägten Fällen ist hier eine 2. Operation zur Stillung der Nachblutung unvermeidlich.

 

Kann es bei der Knochenentnahme aus dem Beckenkamm auch zu Verletzungen von Nerven kommen?

 Ja! Dies ist leider keine Rarität. Gefährdet sind bei der Knochenentnahme aus dem Beckenkamm mehrere hier verlaufende Hautnerven.

Darstellung der Nerven, die bei Knochenverpflanzung geschädigt werden könen

Hautnerven am Oberschenken und in der Leiste

Die Abbildung oben zeigt am Oberschenkel in rötlicher Farbe die Sensibilitätsminderung bei Verletzung des seitlichen Oberschenkelnervs.

In grüner Farbe und brauner Farbe ist dargestellt, welche Sensibilitätsminderungen oder Sensibilitätsverluste entstehen, wenn andere Hautnerven (Nervus ilioinguinalis, oder genitofemoralis) verletzt werden.

Die Bedeutung einer solchen Nervenschädigung erstreckt sich jedoch nicht nur auf den Sensibilitätsverlust oder die Sensibilitätsminderung. Wie bei allen Nervenschädigungen, kann es im Versorgungsgebiet des geschädigten Nerven zu lang anhaltenden intensiven Schmerzen kommen. In Einzelfällen wird eine Berührung im Verlaufsbereich des geschädigten Nerven bereits als sehr schmerzhaft wahrgenommen.

 

Kann durch die Operation auch eine Infektion entstehen?

 Ja! Prinzipiell muss an jeder Operationsstelle mit der Möglichkeit einer Infektion gerechnet werden. Ist die Infektion sehr oberflächlich, so genügt es oft einige wenige Fäden der Operationsnarbe vorzeitig zu entfernen und dem Eiter Abfluss zu schaffen. Die Einnahme eines Antibiotikums ist erforderlich.

Im Falle einer tiefen in den Knochen reichenden Infektion sind oft wiederholte nach Operationen notwendig.

 

Ist die Operationsstelle am Becken später sehr auffallend?

 In der Regel heilt die Narbe sehr gut und ist wenig sichtbar. Musste jedoch ein sehr großer Knochenteil entnommen werden, kann bei schlanken Personen eine Auffälligkeit in der Kontur des Beckenknochens verbleiben.

 

Besteht ein Thromboserisiko durch die Entnahme des Knochens im Becken?

 Grundsätzlich besteht ein Thromboserisiko nach nahezu jeder Operation. Die Operation – Knochenentnahme aus dem Becken (Spongiosa Entnahme) – führt zu einer Immobilisierung. Dies steigert das Risiko einer Thrombose im Bereich der Beine oder des Beckens.

 

Welche seltenen Risiken einer Knochenentnahme aus dem Becken können sich noch realisieren?

 In sehr seltenen Fällen wurde eine Instabilität des Beckens, eine Fraktur im Bereich des Beckens beschrieben.

Sehr selten sind auch Verletzungen des Harnleiters oder Verletzungen größerer Blutgefäße. Gerade die letztgenannten Schädigungen (Risiken) traten meist nach Entfernung sehr großer Knochenteile aus dem Beckenkamm auf oder wenn ein weiteres Mal Knochen aus dem Becken entnommen werden musste.

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