Handgelenks-Spiegelung Durchführung

Durchführung der Handgelenks-Arthroskopie (Handgelenks-Spiegelung)

Wie wird eine Handgelenks-Arthroskopie prinzipiell durchgeführt?
Zunächst ist für die Handgelenks-Arthroskopie, wie für die meisten Eingriffe an der Hand und am Handgelenk, eine Oberarmblutleere erforderlich.

Handgelenks_arthroskopie_Vorbereitung

Vorbereitung zur Handgelenksarthroskopie

Bei rechtwinklig gebeugtem Ellenbogengelenk werden Daumen- Zeige- und Mittelfinger mit Mädchenfängern (siehe Abb.) fixiert und die Hand auf gehangen, ähnlich wie bei einer Bruchreposition.

Ein Gewicht von etwa 4 kg Schwere (roter Pfeil) wird dann über die Manschette für die Blutleere gelegt.

Was soll der Sinn dieser Maßnahme sein?
Durch das 4 kg schwere Gewicht und den Zug über die Mädchenfänger, (Fixierung der Finger) wird das Handgelenk auseinander gezogen. Der Abstand zwischen den Handwurzelknochen und den beiden Unterarmknochen wird deutlich vergrößert.
In den Gelenkraum des Handgelenkes selbst werden dann etwa 10-12 mm einer klaren Flüssigkeit injiziert. Dies kann Ringerlösung sein oder auch ein Medikament, das zur örtlichen Betäubung verwendet wird.

Im Zusammenhang mit der Handgelenks-Arthroskopie hört man häufiger den Ausdruck „Portal“. Zum Beispiel: „Portal 3/4“ „Portal 4/5“. Was ist mit dieser Bezeichnung gemeint?

Die Bezeichnung der einzelnen Portale bei der Arthroskopie, richtet sich nach einer anatomischen Gegebenheit.

Portale für die Handgelenksarthroskopie

arthoskopische Zugangswege zu den einzelnen Abschnitten des Handgelenks

Streckseitig des Handgelenkes verlaufen die Strecksehnen in insgesamt 6 recht engen Tunneln.
Diese Tunnel heißen Streckerfächer.
Die Streckerfächer werden, beginnend an der Speiche (1. Streckerfach) bis zu dem Streckerfach an der Elle (6.Streckerfach) nummeriert.
Die Portalbezeichnung, zum Beispiel 3/4 bedeutet, dass zwischen dem 3. und 4. Streckerfach ins Handgelenk eingegangen wird.
Konkret bedeutet  dies, dass das Arthroskop zwischen der langen Daumenstrecksehne und den Fingerstrecksehnen (4. Streckerfach) eingeführt wird.

Ist die arthroskopische Untersuchung der Kernspintomographie (MRT) überlegen?
Dies hängt immer wieder von der Fragestellung ab. Zweifelsfrei hat die Kernspintomographie unschlagbare Vorteile, wenn es zum Beispiel darum geht, eine Durchblutungsstörung oder einen abgestorbenen Knochen im Bereich der Handwurzel zu erkennen.

Fragmentation Lunatum im Röntgenbild

Mondbeintod im Röntgenbild

So ist die Kernspintomographie unverzichtbar, beispielsweise bei der Diagnosefindung eines Mondbeintodes (Lunatummalazie) oder auch bei der Beurteilung der Durchblutung eines kleinen Fragmentes bei einer Kahnbeinfraktur oder Kahnbeinpseudarthrose.

Die Abb. zeigt einen Zusammenbruch des Mondbeines (Lunatummalazie Stad. 3). Eine solche Diagnose ist mittels Arthroskopie nicht möglich!

Mithilfe der Kernspintomographie lassen sich jedoch Knorpelschäden oder auch das Ausmaß von Bandschäden zweifelsfrei besser erkennen und natürlich kann mit der Kernspintomographie keine Therapie durchgeführt werden. Dies ist zumindest eingeschränkt mithilfe der Handgelenks-Arthroskopie möglich.

Welche Betäubung wird zur Handgelenks-Arthroskopie verwendet?
Zur Handgelenks-Arthroskopie ist eine Oberarmblutleere notwendig. Der Zug am Handgelenk ist recht schmerzhaft. Hier ist, um eine Arthroskopie ohne Zeitdruck vornehmen zu können, am Besten eine vollständige Schmerzausschaltung für den gesamten Arm. Bewährt hat sich entweder eine Vollnarkose oder schonender, eine Plexus-Betäubung des ganzen Armes.

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