Kahnbeinpseudarthrose Therapie

Abwägung der Therapiemöglichkeiten bei nicht verheilter Fraktur des Kahnbeins

Was heißt ausbleibende Bruchheilung?
Normalerweise erwartet man bei einer Kahnbeinfraktur – zum Beispiel bei einer Ruhigstellung des Handgelenkes nach drei oder vier Monaten – dass der Bruchspalt im Kahnbein immer unschärfer im Röntgenbild abgebildet wird. (d.h. eine knöcherne Überbrückung der Bruchstücke statt findet).
Es gibt jedoch auch Fälle bei denen zum Beispiel nach acht oder zwölf Wochen der Bruchspalt wesentlich besser zu sehen ist, als in den ersten Wochen.
Gerade solche schlecht heilenden Kahnbeinbrüche bedürfen der besonders engen Beobachtung, da hier in solchen Fällen häufig eine Kahnbeinpseudarthrose entsteht.

Was ist in einem Fall in einer verzögerten Bruchheilung zu tun?
In diesen Fall ist noch einmal gründlich zu prüfen, ob die konservative Behandlung nicht besser in eine operative Therapie umgewandelt werden soll.

D.h. das man an dieser Situation die Heilung des Knochenbruches durch eine Schraube fördert. Hierbei muss – je nach Befund in der Operation – in solch einem Fall auch etwas Knochen zwischen die Bruchstücke angelagert werden.

Was ist zu tun, wenn der Kahnbeinbruch erst nach 6 Wochen oder 6 Monaten nach der Verletzung erkannt wird?
Hier ist die unverzügliche operative Verschraubung sehr sinnvoll. Die spät erkannten Frakturen sind meist nicht heilende Kahnbeinfrakturen. Eine relativ früh vorgenommene Verschraubung ist die beste Vorbeugung gegen eine Kahnbeinpseudarthrose

Kahnbeinfraktur 4 Monate

Verschiebung der Fragmente im Kahnbein bei nicht erkannter Fraktur

Die Entdeckung dieser nicht Kahnbeinfraktur erfolgte 4 Monate nach dem Unfall. Auf den Erstaufnahmen ist die Fraktur nicht zu erkennen.

Die Frakturstücke zeigen bereits eine Verschiebung gegeneinander.

Nur eine operative Behandlung kann hier noch zu einer Ausheilung des (nicht heilenden) Kahnbeinbruches führen!

Was ist bei einer einmal eingetretenen Kahnbeinpseudarthrose zu tun?
In einem solchen Fall ist eine operative Versorgung zu erwägen besonders, wenn die Bestandszeit der Kahnbeinpseudarthrose erst ein Jahr oder erst wenige Jahr beträgt.

Ist eine Operation der Kahnbeinpseudarthrose auch notwendig, wenn keine Beschwerden bestehen?
Ja! Gerade Jüngere Menschen entwickeln nach einer Kahnbeinpseudarthrose- auch wenn dies viele Jahre dauern kann- eine schwere Handgelenksarthrose.

Kahnbeinfraktur Mitte

nicht verheilte Kahnbeinfraktur

Die Abb. zeigt ein Spätstadium nach unbehandelter Kahnbeinpseudarthrose:

Starke Schmerzen zwingen jetzt zu operativen Behandlungen.

Eine Rekonstruktion des Kahnbeines ist hier weder möglich noch sinnvoll:

Der Knorpel zwischen Kahnbein und Speiche (roter Pfeil) ist völlig zerstört.

Hier wäre eine beispielsweise eine Teilversteifung des Handgelenkes zu erwägen

Oft bedeutet eine schwere Handgelenksarthose nach einer Kahnbeinpseudarthrose, dass das Handgelenk wegen starker Schmerzen teilversteift oder sogar ganz versteift werden muss. Um diese Situation zu vermeiden ist eine zeitgerechte Operation sinnvoll.

Die totale Versteifung des Handgelenkes  (Handgelenksarthrodese) bedeutet: keine Beuge- und Streckbewegung sowie auch keine Seitbewegungen im Handgelenk

Die Teilversteifung des Handgelenkes (Teilarthrodese)  bedeutet, dass alle Beuge- und Streckbewegungen sowie alle seitlichen Bewegungen im Handgelenk erheblich eingeschränkt sind.

Eine noch früh genug durchgeführte Operation einer Kahnbeinpseudarthrose bietet die Chance auf eine gute, schmerzfreie Handgelenksfunktion. Zumindest, wenn es gelingt, dass in zwei Teile zerbrochene Kahnbein wieder zu rekonstruieren.

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