Mittelgelenks-Arthrose (Bouchardarthrose) Kortison-Injektion

Therapie der Bouchard-Arthrose mit Kortisoninjektionen

Was kann man tun, wenn medikamentöse Behandlungen nicht ausreichend anschlagen oder gar versagen?
Vor eine operative Therapie kann auch die Injektion mit Kortison durchgeführt werden.

Wie wird das gemacht?
Der Eingriff muss absolut steril erfolgen. Unter leichtem Zug am Finger wird das Mittelgelenk etwas gestreckt, die Injektion erfolgt dann von der Streckseite aus.

Gelenkinjektion mit Kortison bei Bouchardarthrose der Finger

Kortison-Injektion ins Mittelgelenk

Bei der Injektion in das Mittelgelenk wird zunächst die Haut über dem Mittelgelenk mit einer ganz dünnen Kanüle punktiert und eine kleine Menge eines örtlich wirkenden Betäubungsmittels (Lokalanästhethikum) gespritzt

Ist das nicht sehr schmerzhaft?
Angenehm ist dieses Injektion sicher nicht. Die Schmerzen bei der Injektion können jedoch deutlich gemindert werden, wenn die Haut der Injektionsstelle vorher mit einer ganz dünnen Nadel betäubt wird.
Alternativ kann auch der ganze Finger mit einer Oberst’schen Anästhesie empfindungslos gemacht werden.

Welche Wirkung ist von einer Kortisoninjektion in das Mittelgelenk zu erwarten?
Etwa die Hälfte aller Betroffen erleben nach einer gut gesetzten Kortisonspritze eine über viele Monate anhaltende Schmerzminderung. Manche Betroffene berichten sogar über eine völlige Schmerzbefreiung.

Kann die Kortisonspritze mehrmals gesetzt werden?
Ja. Allerdings lässt erfahrungsgemäß der Effekt der Spritze allmählich nach und die Nebenwirkungen des Kortisons nehmen zu.

Welche Risiken hat die Kortisonspritze?
Die immer befürchtete Systemnebenwirkung von Cortison ist bei der verwendeten Menge des Cortisons, die in ein kleines Fingergelenk gespritzt wird, natürlich verschwindend gering. Steigerung von Blutdruck oder Gesichtsrötung oder gar Dauerschäden durch das Cortison sind bei richtiger Anwendung nicht zu befürchten, da die Menge des Cortisons, die hierfür verwendet wird, sehr klein ist.

Kortison kann jedoch lokal die Haut und auch die über das Mittelgelenk verlaufenden Sehnen schädigen.  (Man kann dann auch schon mit bloßem Auge an der Injektionsstelle eine Verschmächtigung der Haut beobachten)
Besonders bei Mehrfachinjektionen an die gleiche Stelle ist dieser Effekt häufiger zu sehen.

Sehr selten kann es nach einer Injektion in ein Gelenk auch zu einem schwerwiegendem Bewegungsverlust – bis hin zur Gelenksteife – kommen.

Kann es nach einer Kortisonspritze auch zu einem Gelenkinfekt kommen?
Ein kleines, aber durchaus realistisches Risiko ist die Infektion eines Gelenkes nach einer Cortison-Injektion. Die Häufigkeit liegt etwa bei 1:10000

Wie würde man das merken?

Fingerinfektion als Komplikation einer Kortison-Injektion

Infektion eines Fingergelenks nach Kortison-Injektion

Kommt es zur Infektion entsteht eine Rötung und meist schmerzhafte Schwellung in der Nähe der Injektionsstelle

Nach der Injektion bessern sich vielfältig die Beschwerden nach einer anfänglichen Beschwerdebesserung. Nach einigen Tagen kommt es dann zu einer starken Anschwellung und zur Zunahme des Schmerzes auch zu einer Rötung, in solch einem Fall der Entwicklung eines Panaritium artikulare (Gelenkinfektes) ist früh der Arzt aufzusuchen, hier ist unter Umständen eine Notoperation erforderlich.

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