Supinatorsyndrom: Ursachen

Ursache des Supinatorsyndroms (Supinatortunnelsyndroms)

Was ist die Ursache des Supinatorsyndroms?
Der Nervus radialis muss durch den Supinatormuskel hindurchziehen. Bei manchen Menschen ist dieser Durchtrittstunnel – den die Mediziner auch Frohs’sche Arkade nennen- recht hart. Hier findet sich bei einigen Menschen eine fast sehnenartige Tunnelwand. Bei bestimmten Tätigkeiten, die zu einer starken Beanspruchung des Musculus supinator führen, kann dann der Nerv in dieser Durchtrittstelle geschädigt werden.

Ist dies die einzige Ursache?
Nein, bei jedem Supinatorsyndrom oder bei jeder Kompression des Radialisnerven im Unterarm, muss auch an die Möglichkeit von Tumorösen Wucherungen in diesem Bereich gedacht werden. Meistens sind diese Wucherungen gutartig. Man findet bei manchen Operationen Fettgeschwülste oder eine Schleimbeutelentzündung, die aus dem Ellenbogengelenk herauskommt und in Richtung Unterarm verläuft (diese Schleimbeutelentzündung ist nicht zu verwechseln mit der Schleimbeutelentzündung über dem Ellenhaken).

Supinatorschlitzsyndrom    Bursa_Ellenbogen

Die obige Abb. links zeigt ein sehr ausgeprägtes Lähmungsbild bei einem Supinatorsyndrom. Die Sonografie am Unterarm nahe des Ellenbogens zeigt als Ursache eine tumoröse Schwellung.

Kommen auch bösartige Geschwülste vor?
Prinzipiell ja, allerdings ist dies eine große Ausnahme. Neben den schon zwei erwähnten Tumoren, dem Lipom und der Bursa, sind weitere Tumore gutartig, z. B. Neurinome.

Kann ein Supinatorsyndrom auch durch einen Unfall verursacht werden?

SpeichkoepfchenTruemmer_FrakturDie Abb. zeigt eine operativ mit Kirschnerdrähten versorgte Trümmerfraktur des Speichenköpfchens.

Hier zeigte sich unmittelbar nach der Operation eine Radialislähmung mit den gleichen Symptomen wie bei einem Supinatorsyndroms

Kann ein Supinatorsyndrom auch durch bestimmte berufliche Tätigkeiten zustande kommen?
Ja! Auch ein äußerer Druck, der bei regelmäßigen beruflichen Tätigkeiten auf den Radialisnerven im Unterarmbereich auftritt, kann den Radialisnerven im Supinatortunnel. Als Beispiel seien hier Berufsmusiker genannt, die über längere Zeit in einer bestimmten Zwangshaltung ein Instrument auf den Unterarm legen.

Aber auch immer wiederkehrende – in schneller Folge ausgeführte – starke Drehbewegungen des Unterarmes können zu einer indirekten Druckschädigung des Radialisnerven im Supinatorschlitz führen.

Solche  Nervenschäden werden – sofern von der Berufsgenossenschaft als berufsbedingt anerkannt – als Berufskrankheit 2106 gewertet und bei entsprechender Schwere auch berentet.  (BK-2106)

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