Spongiosatransplantation

Was versteht man unter einer Spongiosaplastik?

Der Fachausdruck Spongiosaplastik (Spongiosatransplantation) wird oft in gleichem Sinne verwendet wie das Wort Knochentransplantation oder Knochenverpflanzung. Ganz exakt ist dies jedoch nicht richtig. Spongiosa (Schwammknochen) findet man im Inneren des Knochens. Dort hat der Knochen eine schwammartige Struktur und ist – ganz anders als man sich als Laie den Knochen vorstellt – weich. (In der Spongiosa der Knochen wird das Blut gebildet). Im strengen Sinne des Wortes bedeutet Spongiosaplastik nur die Transplantation des weichen spongiösen Knochens.

Spongiosa in einem entnommenen Knochentransplantat

der rötlich sichtbare, ganz überwiegende Teil des entnommenen Knochen ist Spongiosa (Schwammknochen)

Die Abb. oben zeigt Knochenstück aus dem Beckenkamm, dass ganz überwiegend aus Spongiosa (Schwammknochen) besteht. Nur das oberste Knochenteil entspricht dem „gewohnten“ harten Knochen, der Knochenrinde.

 

Wird Knochen auch noch von anderen Stellen als vom Beckenkamm zur Knochentransplantation gewonnen?

 Ja! In der Kieferchirurgie wird im Rahmen der Zahn-Implantatchirurgie häufig Knochen verpflanzt. Kieferchirurgen entnehmen dabei den Knochen meist vom Unterkiefer.

Bei kleineren Defekten im Knochen ist eine andere beliebte Entnahmestelle die Speiche. Besonders Handchirurgen bevorzugen Knochen aus der Speiche (Radius), die Operation mit Knochenentnahme aus der Speiche und gleichzeitig einer Operation an der Hand, den Patienten weniger belastet als eine völlig andere Operationsstelle am Becken.

Wenn jedoch größere Knochendefekte zu überbrücken sind, so ist die Entnahme vom Beckenkamm – oder generell aus dem Becken – oft die 1. Wahl in der Chirurgie und Orthopädie.

 

Ist die Pseudarthrose (nicht verheilte Fraktur) der einzige Grund, um einen Knochen zu verpflanzen?

 Nein! Andere Gründe um Knochen zu verpflanzen sind beispielsweise Zysten (Hohlräume) im Knochen. Auch Knochendefekte, die nach Entfernung eines Tumors entstanden sind, bedürfen zu ihrer Ausheilung häufig einer Knochentransplantation.

Im Bereich des Kiefers benötigen Kieferchirurgen häufig eine Knochenverpflanzung, damit an der verpflanzten Stelle später ein Zahnimplantat stabil einheilen kann.

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