Kahnbeinpseudarthrose Nachbehandlung

Nachsorge nach der Operation einer Kahnbeinpseudarthrose

Wie verläuft die Nachsorge nach einer operativen Versorgung einer Kahnbeinpseudarthrose? Ist eine Ruhigstellung erforderlich?
In der Regel ist eine Ruhigstellung des Handgelenkes notwendig. Die Dauer der Ruhigstellung kann nur vom Operateur bestimmt werden. Je stabiler die operative Versorgung gelingt, desto kürze die Ruhigstellung.

Kahnbeingips nach Operation

spezieller Kahnbeingips nach einer Operation einer nicht verheilten Kahnbeinfraktur

Die Abb. zeigt einen typischen Kahnbeingips wie er oft auch nach operativer Behandlung einer Kahnbeinpseudarthrose angelegt wird. Bei dem gezeigten speziellen Gips wird auch der Daumen gemeinsam mit dem Handgelenk ruhig gestellt.

Diese geschlossene Gipsform ist jedoch erst möglich, wenn die Wunde verheilt ist, die Fäden entfernt wurden und keine Schwellung mehr besteht.

Wann werden etwa die Fäden entfernt
Sowohl am Handgelenk als auch am Beckenkamm werden die Fäden meist um den 14 Tag entfernt.

Wann ist mit einer etwas drei  Monate langen Ruhigstellung zu rechnen?
Eine Ruhigstellung der Kahnbeinpseudarthrose für sechs Wochen mit Oberarmgips  und sechs weitere Wochen am Unterarmgips, ist nur dann notwendig wenn eine stabile Versorgung mit einer Schraube nicht gelingt.
In der Technik nach Matti – Russe werden die Kahnbein Bruchstücke mit einem Knochenblock vereinigt ohne zusätzliche Verschraubung. Bei speziellen ungünstigen Bruch Situationen sind dies auch heute noch notwendig. In einem solchen Fall sind längere Ruhigstellungen zwingend geboten.

Was versteht man unter einer Op nach Matti – Russe?
Nicht immer kann die Kahnbeinpseudarthrose und das implantierte Knochenstück mit einer Schraube sicher fixiert werden. In solchen Fällen weicht man auf die vor der Entwicklung der Herbertschraube standardmäßig praktizierte Operation nach Matti – Russe aus.

Matti Russe Op

Prinzip der Operation nach Matti-Russe bei nicht verheiltem Kahnbeinbruch

Die Abb. zeigt das Prinzip:

Zwischen die Bruchstücke des Kahnbeines wird ein Stück Knochen (z.B. aus dem Beckenkamm) in Längsrichtung eingesetzt.

Hier verbindet das implantierte Knochenstück die Bruchstück und fixiert diese auch notdürftig mit einander.

Ist hierbei auch ein Oberarmgips notwendig?
Viele Chirurgen halten bei dieser Methode eine Ruhigstellung des Kahnbeines im Oberarmgips in den ersten 6 Wochen nach der Operation für sicherer

Oberarmgips

Ruhigstellung des Arms im Oberarmgips

Die Abb. zeigt einen Oberarmgips:

Beachten Sie: Das Ellenbogengelenk ist zwar ruhig gestellt; nicht aber die Schulter.

Die Schulter soll im Oberarmgips gut bewegt werden

Ist später die Entfernung der Schraube notwendig?
Meist kann die Herbertschraube (oder eine andere Spezialschraube) belassen werden. Nur wenn die Schraube sich lockert oder sonst stört, ist die Entfernung der Schraube notwendig.

Werden jedoch zur Fixierung des verpflanzten Knochenstückes Drähte (Kirschnerdrähte) verwendet, so müssen diese nach wenigen Monaten entfernt werden. Kirschnerdrähte können wandern oder im Knochen sogar brechen!

Bei Verwendung von Drähten in einem beweglichen Handgelenk sollte stets eine Metallentfernung vorgenommen werden!

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