Mittelgelenks-Arthrose (Bouchardarthrose) Kortison-Injektion

Radiosynoviorthese: nuklearmedizinische Therapie der Bouchardarthrose

Welche Alternativen gibt es noch zur Kortison-Injektion?
Zur Cortison-Injektion als Alternative gibt es auch noch die Radiosynovirothese.

Was versteht man unter einer Radiosynoviorthese?
Auch bei einer Radiosynovirothese wird das Gelenk punktiert. Mit einer dünnen Nadel wird eine örtliche Betäubung durchgeführt, meist unter Durchleuchtung wird dann eine radioaktive Substanz in das erkrankte Gelenk injiziert. Nach einer Radiosynoviorthese ist- jedoch anders, als bei einer Cortison-Injektion eine Gelenkruhigstellung für gut zwei Tage notwendig.

Wird die Radiosynoviorthese  denn auch bei der Arthrosen angewandt?
Ja. Die Radiosynoviorthese wird nicht nur bei der rheumatoiden Arthritis oder bei der Psoriarsisarthritis angewandt, auch aktivierte Arthrosen können mit dieser Therapie behandelt werden.
Nicht behandelt werden sollte mit einer Radiosynoviorthese  Folgen einer Fraktur am Gelenk, Folgen einer Gelenkinfektion oder einer bereits eingesteifte Mittelgelenksregion (Ankylose).

Kann die Radiosynoviorthese auch an mehreren Fingergelenken durchgeführt werden?

Poly_ArthrosenBei dieser im Röntgenbild gut sichtbaren Polyarthrose der Hand besteht am Daumensattelgelenk (gelber Pfeil) eine Rhizarthrose, am Endglenk des Mittelfingers eine Heberdenarthrose und am Mittelgelenk des Kleinfingers eine Bouchardarthrose. (roter Pfeil)

Aktivierte (schmerzhafte) Arthrosen dieser Gelenke können durch eine Radiosynoviorthese behandelt werden.

In kleine Gelenke von Hand oder Fuß wird meist Erbium injiziert. Auch mehrere Gelenke können gleichzeitig behandelt werden!

Wann kann eine Radiosynoviorthese dann nicht durchgeführt werden?
Da hier ein radioaktiver Stoff verwendet wird verbietet sich die Anwendung, während der Schwangerschaft, in der Stillperiode oder auch wenn eine Schwangerschaft unmittelbar geplant ist. Weiterhin darf die Radiosynoviorthese genauso wie die Cortison-Injektion dann nicht durchgeführt werden, wenn entzündliche Hautveränderungen oder kleinere Verletzungen im Bereich der Punktion bestehen.

Führt denn die Radiosynovirothese zu einer hohen Strahlenbelastung?
Nein. Die Strahlenbelastung ist relativ gering. Die eingebrachte Substanz (Erbium)  wird von den Zellen von der entzündlichen Schleimhaut aufgenommen. Die von der Substanz Erbium ausgehende Strahlung hat nur eine sehr geringe Eindringtiefe in das Gewebe. Die angrenzenden Gebiete werden hierdurch nicht geschädigt. Menschen, die diese Behandlung durchführen, brauchen somit auch keine Strahlenschutzmaßnahmen im Anschluss an die Behandlung durchzuführen. Sie geben die radioaktive Strahlung auch nicht an ihre Umgebung ab.

Was ist denn der Sinn der Radiosynoviorthese?
Die entzündete Gelenkschleimhaut schwillt ab und die Ergussbildung wird meistens geringer. Die Wirkung tritt jedoch erst nach einigen Tagen, manchmal erst nach Wochen ein. Wichtig ist zu wissen, dass das endgültige Resultat der Radiosynoviorthese erst rund nach einem halben Jahr zu beurteilen ist.

Welche Risiken hat die Radiosynovirothese?
Es sind im Prinzip die gleichen Risiken wie bei jeder Gelenkpunktion. Besonders schwer wiegt hier das Risiko eines Gelenkinfektes

In Einzelfällen kann es nach einer völlig sachgerecht durchgeführten Radiosynovirothese zu einem verstärkten Schmerz am Gelenk kommen. Durch die Injektion kann die Arthrose noch mehr aktiviert werden!

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