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Venenthrombose Ursachen

Ursachen der Thrombose:

bei der Risikoaufklärung für einen operativen Eingriff nennt der Arzt bei nahezu jeder mittleren und größeren Operation als Risiko die Entstehung einer Thrombose. (Eines Blutgerinnsels).

Warum können operative Eingriffe zu einem Blutgerinnsel (Thrombus) in den Venen der Beine oder des Beckens führen.

Der wichtigste Grund, warum nach einer Operation eine Thrombose entstehen kann, ist die Verlangsamung des Blutstroms in den Venen des Beins oder des Beckens.

Bedenken Sie: nach einer mittelgroßen oder gar einer schwereren Operation ist der Patient geschwächt und ist froh, zunächst einmal Bettruhe zu haben. Im Bett werden jedoch die Beine wenig bewegt. Dies verlangsamt dem Blutstrom besonders in den Venen. Ein langsamer Blutstrom ist einer von 3 besonders wichtigen Risikofaktoren für die Entstehung einer Thrombose.

Wie kann man verstehen, dass es bei (längerer) Bettruhe zu einer Verlangsamung des Blutstroms in den Venen der Beine und des Beckens kommt? Schließlich wird der Blutstrom doch von den Pulsrationen des Herzens angetrieben!

Dies ist für die Arterien (Schlagadern) auch richtig. In den Arterien bestimmt der Pulsschlag des Herzens ganz wesentlich die Dynamik des Blutflusses.

Nach dem das Blut jedoch einmal durch die kleinsten Arterien und Haargefäße (Kapillaren) geflossen ist, ist die Kraft des Herzens für den Blutfluss aufgebraucht. Der Rücktransport des Blutes in den Venen wird von anderen Kräften wesentlich beeinflusst.

Einer dieser Kräfte ist die sogenannte Muskelpumpe. Die im Bein verlaufenden Venen liegen werden bei Anspannen der Beinmuskeln – zum Beispiel beim Gehen – zugedrückt.

Bei diesem Zudrücken der Venen durch die Anspannung von Muskeln würde das Blut dann doch nach oben und unten gleichzeitig gedrückt. Oder?

Ja, im Prinzip ist dies richtig. In den Beinvenen befinden sich jedoch Venenklappen diese Venenklappen lassen einen Blutstrom nur in Richtung Herzen zu.

Der entscheidende Gedanke im Hinblick auf die Entstehung von Blutgerinnsel (Thromben) ist jedoch, dass durch die Ruhephasen nach der Operation die Muskulatur in den Beinen wesentlich weniger betätigt wird und es hierdurch zur Verlangsamung des Blutflusses in den Beinvenen kommt. Ganz wichtig ist es, wenn man vor einer Operation steht zu wissen, dass allein durch die Bettruhe das Thromboserisiko steigt.

Wie kann man selbst diesem gesteigerten Risiko einer Thrombose entgegen steuern?

Die Muskulatur der Beine kann man auch bewegen ohne zu gehen. So kann man regelmäßig im Bett liegend die Zehen bewegen und auch die Füße wiederholt in Richtung Gesicht ziehen und dann wieder absenken. Macht man diese Bewegungen regelmäßig nach einer Operation, so senkt man bereits das Thromboserisiko. Bei vielen Operationen ist es auch möglich die Knie zu bewegen. Macht man dies ebenfalls regelmäßig nach einer Operation, so senkt man das Risiko für eine Thrombose der Beinvenen nochmals.

Was ist denn, wenn beispielsweise nach einer Verletzung oder nach einer Operation ein Bein im Gips ruhig gestellt werden muss?

Die Ruhigstellung im Gips – besonders am Bein – steigert das Thromboserisiko beträchtlich. Hier muss mit dem behandelnden Arzt überlegt werden, ob medikamentöse Maßnahmen zur Vorbeugung einer Thrombose nützlich sind.

Nun können Thrombosen nicht nur nach Operationen oder Gipsbehandlungen am Bein drohen, auch auf langen Flügen drohen. Aus welchem Grund entsteht bei einem langen Flug eine Thrombose (ein Blutgerinnsel)?

Der prinzipielle Grund der Thromboseentstehung – mangelnde Bewegung – ist der gleiche wie nach einer Operation oder nach einer Gipsruhigstellung. Besonders das lange Sitzen im Flugzeug (aber auch im Bus) mit eingeengten Bewegungsmöglichkeiten, dazu noch mit abgewinkelten Knie, stellt ein hoher Risikofaktor für die Entstehung einer Thrombose dar.

Sind Krampfadern auch ein Risikofaktor für die Entstehung einer Thrombose?

Ja! Krampfadern (Varizen) sind erweiterte Venen, die geschlängelt verlaufen. In den Krampfadern ist aufgrund der erweiterten Venen der Blutfluss ebenfalls verlangsamt. Daher haben Menschen mit Varizen ein höheres Risiko in diesen Krampfadern eine Thrombose zu erleiden.

Welche weiteren Risikofaktoren gibt es dennoch für die Entstehung einer Thrombose?

Der in Berlin tätige Pathologe – Virchow – beschrieb um 1856 drei für die Entstehung einer Thrombose wesentliche Gründe:

  • Verlangsamung des Blutflusses,
  • Schädigungen der Gefäßwände,
  • Veränderungen in der Zusammensetzung (Gerinnungsfähigkeit) des Blutes.

Als 2. Risikofaktor für die Entstehung einer Thrombose (eines Blutgerinnsels) wird ein Schaden an der Gefäßwand genannt. Ist der Schaden an einer Gefäßwand auch ein Risikofaktor, der erklärt, warum es nach einer Operation zu einer Thrombose kommen kann?

Ja! Schäden an der Gefäßwand können direkt bei einer Operation entstehen. Schäden an Gefäßwand können aber auch durch unfallbedingte Verletzungen oder Quetschung zu Stande kommen.

Weniger offenkundig sind Schäden an der Gefäßwand infolge entzündlicher Veränderungen der Venen, wie sie als Folgen des Rauchens oder auch bei einer Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) auftreten können. Auch große Tumore können im Becken oder Bauchraum auf hier verlaufende Venen drücken und zu einer Stauchung (Verlangsamung) des Blutflusses führen und gleichzeitig zu einer Schädigung der Blutgefäße.

Inwiefern ist eine veränderte Zusammensetzung des Blutes ein Thromboserisiko?

In der Flüssigkeit, die wir umgangssprachlich Blut nennen, sind die Blutzellen (Blutkörperchen), Eiweiße und Faktoren für die Blutgerinnung in Wasser gelöst. Blut kann nur fließen, wenn die einzelnen Bestandteile in richtigem Verhältnis zueinanderstehen. Bereits kleine Verschiebungen des natürlichen Gleichgewichts kann zu einer Störung der Blutgerinnung und damit zu einer Thrombose führen.

Was sind solche Störungen in der Blutzusammensetzung?

Einer der wichtigsten Gründe für eine Störung in der Blutzusammensetzung ist die Einnahme der Antibabypille. Besonders die Kombination Antibabypille und Rauchen kann das Risiko für eine Thrombose deutlich steigern. Vor jeder geplanten Operation sollten Sie Ihren behandelnden Arzt auf diesen eventuell vorhandenen Risikofaktor hinweisen. Viele seltene Ursachen – so zum Beispiel angeborene Störungen der Blutgerinnung – können ebenfalls das Risiko einer Thrombose erhöhen.

Im Zusammenhang mit einer Operation (oder auch einer anderen längeren Krankheit) kann es jedoch auch zu einem Flüssigkeitsmangel kommen. Auch der Flüssigkeitsmangel verschiebt das sensible Gleichgewicht der Blutzusammensetzung in Richtung Thromboseneigung.

Ist auch die Schwangerschaft mit einem erhöhten Risiko für eine Venenthrombose im Bereich der Beine oder des Beckens verbunden?

Ja! Zum einen kommt es durch die hormonellen Veränderungen während der Schwangerschaft zu einer Verschiebung des sensiblen Gleichgewichts in der Blutzusammensetzung in Richtung einer gesteigerten Gerinnungsfähigkeit des Blutes.

In der späteren Schwangerschaft kommt es auch durch die immer größer werden Gebärmutter zu einem Druck auf die Beckenvenen und damit zu einer Verlangsamung des Blutflusses.

Gibt es Operationen, bei denen ein besonders hohes Thromboserisiko besteht?

Ja! Eine besondere Gefährdung im Hinblick auf eine Thrombose stellen Operationen mit Ersatz (künstliches Gelenk) der Hüfte und des Knies dar!

Daher ist bei diesen Operationen eine spezielle Vorbeugung gegen die Bildung von Venenthrombosen erforderlich. Ohne eine solche Thrombosevorbeugung – z.B. durch Heparin-Injektionen – erleidet etwa jeder 2. Patient eine tiefe Beinvenenthrombose!

 

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