Venenthrombose Diagnose

Diagnose der Thrombose:

welche Warnzeichen sollten einen selbst an das Vorliegen einer Thrombose denken lassen?

Hierzu ist zunächst eine Vorbemerkung notwendig: die Symptomatik einer Thrombose ist abhängig von der Lokalisation des Blutgerinnsels. Die Symptomatik einer Thrombose variiert mit der Schnelligkeit der Thrombosebildung. Ein innerhalb weniger Stunden oder weniger Tage entstehender Verschluss einer Beinvenen oder Beckenvene, macht wesentlich auffallendere Symptome als ein sich über Wochen entwickelnder Verschluss einer Vene.

Bei größeren Venenthrombosen im Bereich der Beine beobachten Betroffene folgende Veränderungen:

  • Schwellung und Wärmegefühl besonders am Unterschenkel und am Fuß.
  • Die Haut von Unterschenkel und Fuß ist gespannt besonders in ganz schweren Fällen auch bläulich verfärbt.
  • Beim Herunterlassen des Beines kommt es zu einem verstärkten Spannungsgefühl mit Schmerzen in Fuß und Wade. Diese Symptome bessern sich, wenn das betroffene Bein hoch gelagert wird.
  • Das von einer Thrombose betroffene Bein ist manchmal nicht nur geschwollen, sondern auch etwas überwärmt.
Gerinnselbildung in den Venen mit Schwellung des Unterschenkels

Schwellung des Beines bei tiefer Venenthrombose       CC BY-SA 3.0 James Heilman, MD

Treten diese Symptome bei jeder Beinvenen- oder Beckenvenenthrombose auf?

Nein! Manche Betroffene berichten lediglich über ein Schweregefühl oder einen leichten Schmerz im betroffenen Bein. Wie bereits oben erwähnt hängt die Symptomatik einer Venenthrombose sehr davon ab, wie schnell das betroffene Blutgefäß von dem Blutgerinnsel verschlossen wird und auch wie groß das Blutgefäß ist.

An welchen sichtbaren Zeichen kann man eine Thrombose bei Untersuchung erkennen?

Es gibt keine wirklich sicheren Zeichen für eine Thrombose der Beinvenen. Bei ausgedehnten Thrombosen ist auffallend die Schwellung (das Ödem) am Unterschenkel und die leicht bläuliche Verfärbung. Vielen Patienten, bei denen sich eine Venenthrombose schnell ausgebildet hat, fällt ein krampfartiger Schmerz beim Gehen auf.

Was kann man bei Verdacht auf eine Venenthrombose selbst machen?

Grundsätzlich sollte bei einem Verdacht auf eine Venenthrombose eine ärztliche Untersuchung erfolgen. In diesem Zusammenhang sei nochmals an die potenziell tödliche Komplikationsmöglichkeit einer Lungenembolie erinnert.

Was wird der Arzt bei Verdacht auf eine Venenthrombose prüfen?

Ein sorgfältig untersuchender Arzt wird vor der eigentlichen Untersuchung die Krankenvorgeschichte genau erheben. Fragen nach einer längeren Ruhigstellung (Bettlägerigkeit, Gipsbehandlung, Flugreise…) müssen geklärt werden. Ebenso Fragen einer medikamentösen Behandlung (zum Beispiel Antibabypille) oder eventuell schon vor bekannter Gerinnungsstörungen müssen geklärt werden.

Der Verdacht auf eine Venenthrombose kann weiter erhärtet werden, wenn man auf die Muskulatur des Fußgewölbes (auf die Lauffläche des Fußes) drückt. Dieses in der Medizin als Payr-Zeichen bekannte Symptom ist ein weiterer Hinweis auf eine tiefe Thrombose.

Als weiteres kann der Arzt sie auffordern, im liegen Fußbewegungen durchzuführen. Stellen Sie sich vor, dass sie auf einer Untersuchungsliege Platz genommen haben: führen Sie nun eine Bewegung des Vorfußes in Richtung eigenes Gesicht durch. Wiederholen Sie die Bewegungen im Sprunggelenk einige Male. Kommt es dabei zu einer Schmerzverstärkung in der Wade, so ist dies ebenfalls ein Hinweis, dass eine Thrombose vorliegen könnte. Dieses Zeichen wird Homans Zeichen genannt.

Der Arzt kann dann den Verlauf einer oberflächlich sichtbaren Vene vom Innenknöchel bis zum Knie abtasten. Ein Druckschmerz entlang der Vena saphena magna erhärtet die Verdachtsdiagnose auf eine tiefe Venenthrombose weiter.

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