Therapie CRPS (speziell)

Ist die Durchführung von Plexus-Anästhesien beim CRPS  sinnvoll?
In schweren Fällen mit lang dauernden intensiven Schmerzen und Bewegungsstörungen an der Hand, können Anästhesien am Armnervengeflecht sehr sinnvoll sein. Hierdurch wird – ähnlich wie für eine Operation – der Schmerz im Hand- und Armbereich für Stunden ausgeschaltet und die Durchblutung in der Hand verbessert.

Was versteht man unter einer Behandlung mittels Plexuskatheter?
Eine Plexusanästhesie führt für einige Stunden zu einer Schmerzbefreiung oder zumindest zu einer erheblichen Schmerzminderung an der Hand und am Arm. Bei einer Behandlung mittels Plexuskatheter wird eine feine Spitze aus Kunststoff an das Armnervengeflecht platziert und dauerhaft ein Betäubungsmittel an das Armnervengeflecht infundiert.

Auf diese Weise wird der Schmerz über mehrere Tage weitgehend ausgeschaltet. In dieser Zeit ist der betroffene Arm weitgehend gelähmt, aber eben auch schmerzfrei oder zumindest schmerzarm. Seitens der Physiotherapie können in dieser Zeit vorsichtige passive Dehnungsübungen noch nicht völlig eingesteifter Gelenke durchgeführt werden ohne dass der Patient dabei schwerwiegende Beschwerden hat. Einer der Nachteile dieser Methode ist, dass hierfür ein stationärer Aufenthalt notwendig ist.

Welche weiteren Therapien kommen beim CRPS zur Anwendung?

Physikalische Therapie:

die Physikalische Therapie – mit krankengymnastischer Übungsbehandlung und Ergotherapie – ist ein Eckpfeiler in der Behandlung des CRPS und sollte auch schon in leichten Fällen – und das möglichst früh – eingesetzt werden.

Auch eine sogenannte Spiegeltherapie – wie sie sich zur Behandlung von Amputationen bewährt hat – ist zur Behandlung des CRPS gut geeignet.

Psychologische Unterstützung:

die psychologische oder psychotherapeutische Mitbehandlung bei einem CRPS – gemeinsam mit den anderen Behandlungen – kann sehr wichtig sein. Der Patient sollte hier Entspannungstechniken lernen.

Patienten mit einem CRPS haben im seelischen Bereich häufig folgende Probleme:

  • sie können nur mühsam entspannen,

  • das Selbstwertgefühl und die Selbstsicherheit sind gering,

  • die Strategie zur eigentätigen Bewältigung der schwierigen Situation ist wenig ausgeprägt oder wenig belastbar,

  • sie haben Schwierigkeiten Unterstützung anzunehmen.

 All diese Probleme können durch eine professionelle Begleittherapie behandelt werden.

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