Tarsaltunnel-Syndrom Risiken

Nachsorge und Operations-Risiken des Tarsal-Tunnel-Syndroms

Ist nach der Operation Ruhigstellung erforderlich?

Gips_UnterschenkelDie meisten Ärzte stellen den Fuß in einer Funktionsstellung  für etwa eine Woche ruhig und empfehlen eine Entlastung des Fußes für mehrere Wochen.

Die Abb. links zeigt einen solchen Gips der gerade fertig angelegt ist.

Bei Gehen muss der Fuß entlastet werden. Ein Aufstützen auf Krücken ist notwendig!

Wann können die Haut-Fäden entfernt werden?
An einer druckbelastenden Stelle wie dem Fuß sollten Haut-Fäden etwa nach zwei Wochen entfernt werden.  Das Fäden ziehen ist nicht schmerzhaft

Ist nach einer operativen Erweiterung des Tarsaltunnels eine Schmerzbefreiung gesichert?
Nein. Dies ist leider nicht so. In vielen Fällen berichten zwar Betroffene innerhalb weniger Tage über eine höchst erfreuliche Verbesserung ihrer Beschwerden. Dies gilt jedoch nicht für alle Betroffenen. Hier muss jeder Betroffene wissen, dass ein Tarsaltunnel – Syndrom auch durch andere Krankheiten vorgetäuscht werden kann.

Diese Krankheiten können das Tarsaltunnel – Syndrom nicht vortäuschen, sie können auch gemeinsam mit dem Karpaltunnel – Syndrom auftreten. Hier sei an dieser Stelle besonders hervorgehoben die plantare Fasziitis, Frakturfolgen im Bereich des Rückfußes, aber auch neuropathische Schmerzen von Beinnerven.

Können die Beschwerden auch nach der Operation stärker werden?
Ja auch bei adäquater Operationstechnik ist dies einmal möglich auch, wenn solche Fälle sehr selten sind. Häufiger beobachtet man jedoch in einem längeren Verlauf, dass sich ein geschädigter Nerv (hier der Nervus tibialis) nicht vollständig erholt, sodass auch nach der operativen Erweiterung des Tarsaltunnels nur eine Teilerholung des Nerves und eine teilweise Beseitigung der Beschwerden eintritt.

Welche Risiken sind mit der operativen Behandlung des Tarsaltunnel – Syndroms verbunden?
Generell kann nach jeder Operation eine Wundheilungsstörung oder eine Infektion auftreten. An dieser Stelle ist eine individuelle Risikoabschätzung natürlich nicht möglich. Dies kann nur in einem persönlichen Gespräch mit dem behandelnden Chirurgen erfolgen. Generell gilt jedoch, dass Menschen mit Diabetes mellitus oder auch Menschen mit Störungen der Sensibilität im Operationsgebiet (Hautgefühl) ein höheres Risiko für eine Wundheilungsstörung oder Infektion haben.

Welche weiteren Risiken können noch auftreten?
Ein weiteres Risiko besteht in der Entwicklung eines Hämatoms (Bluterguss). Im Tarsaltunnel läuft neben dem Nervus tibialis auch eine Schlagader und deren Seitenäste. Hier kann es aus der Arterie selbst aber auch aus einer ihrer Seitenäste heraus bluten. Solche Blutungen können innerhalb einiger Tage zu ausgedehnten Blutergüssen führen. Sowohl bei Wundheilungsstörungen, als auch bei Infektionen, wie bei Blutergüssen kann es notwendig werden, dass die Wunde noch mal eröffnet werden muss.

Kann es auch zu wesentlich gravierenden Komplikationen kommen?
Ja. Dies ist durchaus in Einzelfällen möglich. So kann es einmal versehentlich zu einer Durchtrennung der Arterie oder des Nerves kommen. Allerdings dürfte eine solche Komplikation bei einem sehr erfahrenen Chirurgen kaum auftreten.

Im Falle einer solchen Komplikation wäre unbedingt eine Nachoperation mit mikrochirurgischer Herstellung des Nerves oder der Schlagader notwendig.

Kann es nach Operationen am Tarsaltunnel auch zu einer Sudeck’schen Erkrankung kommen?
Die Sudeck’sche Erkrankung – auch chronisch regionales Schmerzsyndrom genannt-  kommt nicht nur an der Hand, sondern auch am Fuß vor. Diese Komplikation entsteht aus bisher weitgehend unbekannter Ursache. Betroffene erleben oft über einen längeren Zeitraum – manchmal auch für dauernd – eine Schwellung, Bewegungsstörung und verstärkte Schmerzen im Fuß.

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