Strecksehnen-Riss Finger Operation

Strecksehnen-Riss des Fingers Operation

Gibt es Alternativen zu einer sehr langen Ruhigstellung in Stack’scher Schiene und all den damit verbundenen Problemen?
Einige Ärzte stellen bei einer Strecksehnen-Verletzung das Endgelenk in Streckstellung ruhig, indem sie an einem starren Draht (Kirschner- Draht) durch Mittel und Finger-Endglied bohren. Hierdurch wird sehr verlässlich das Endgelenk ruhig gestellt. Der Draht wird dann nach sechs Wochen wieder entfernt.

K-Draht

Kirschnerdraht im Finger

Der oder die eingebrachten Drähte (Kirschnerdrähte) stellen das Endgelenk des Fingers bei einem Strecksehnenriss nur vorübergehend (für circa 6 Wochen) ruhig. Die Drähte (der Draht) können entweder vom Mittelglied in das Endglied gebohrt werden oder aber auch durch die Fingerkuppe.

Welche Betäubung ist hierfür notwendig?
Meist genügt für diese Maßnahme eine einfache Fingerbetäubung nach Oberst. Auch beim Entfernen des Drahtes ist wiederum die gleiche Fingerbetäubung notwendig.

Warum wendet man denn dieses Verfahren nicht als Routinemaßnahme an?
Dieses Verfahren ist nur eine denkbare Alternative, die gelegentlich auch praktiziert wird. Man muss jedoch bedenken, dass durch den Draht potentiell (auch wenn dies im Einzelfall selten ist) die Möglichkeit besteht, dass Bakterien in die Tiefe des Endgelenkes geraten und dort einen schweren Endgelenksinfekt verursachen. Dieses Risiko besteht bei einer Ruhigstellung mit Stack’scher Schiene nicht!

Kann man denn die Strecksehne über dem Endgelenk nicht nähen?
Dies hat man früher bei unter der Haut stattgefundenen Rissen häufig gemacht und zusätzlich eine Ruhigstellung mit Stack’scher Schiene durchgeführt. Dieses recht aufwändige Verfahren hat sich jedoch im Vergleich zu den konservativ behandelten Strecksehnen nicht durchsetzen können, da die Ergebnisse meist nicht besser waren und vor allen Dingen eine nicht kleine Zahl von Betroffenen an nennenswerten Komplikationen dieses Verfahrens litten. Dies waren beispielsweise Infektionen des Endgelenkes, sekundärem Einreißen der Strecksehne, länger andauernder Beschwerden…

Wie behandelt man denn eine offene Strecksehnenverletzung über dem Endgelenk?

Offene_Strecksehen_Durchtrennung

Offene Durchtrennung der Strecksehne

Eine offene Durchtrennung der Strecksehne über dem Endgelenk ist eine klare Notwenigkeit für eine operative Behandlung.
Hierzu wird meist der gesamte Arm betäubt. Bei dieser Armbetäubung (Plexusanästhesie) ist es möglich vom Oberarm eine Manschette anzulegen, sodass der Blutfluss in den verletzten Finger und die ganze Hand abgebunden wird. Dies erlaubt die zwar breite aber dünne Strecksehne genau zu identifizieren.

Bei der Operation wird zunächst das Endgelenk über einen starren Draht (Kirschner Draht) in Streckstellung ruhig gestellt. Dann werden die Sehne und auch meist die darunterliegende geöffnete Gelenkkapsel des Endgelenkes genäht. Bei diesem Verfahren ist es notwendig nach rund sechs Wochen den Kirschner Draht zu entfernen. Hierzu genügt aber dann meist eine einfache Fingeranästhesie nach Oberst.

Schiene_Endgelenk

Ruhigstellung des Fingers mit Stackscher Schiene

Nach einer Operation an der Strecksehne kann es zusätzlich notwendig werden, das Endgelenk des
verletzten Fingers ruhig zu stellen. Dies kann in einer Stack’sche Schiene erfolgen. Es gibt zur Ruhigstellung aber auch andere Schienen, die sich in der Therapie der Strecksehnen-Verletzung bewährt haben.

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