Prognose (CRPS)

 

Welche Aussicht auf Erfolg hat die Behandlung eines CRPS?
Zunächst muss man als Betroffener wissen, dass eine Heilung nicht möglich ist wohl aber eine substanzielle Besserung. Man muss auch wissen, dass das CRPS eine recht langwierige Krankheit ist, in den meisten Fällen deutlich länger als ein Jahr dauert.

Beginnt die Therapie jedoch früh und wird von erfahrener Hand gelenkt, so ist eine deutliche Verbesserung der Gesamtsituation – Schmerz, Schwellung und Bewegungsstörung – in der überwiegenden Zahl der Fälle möglich. Eine sichere Verhinderung von Bewegungsstörungen ist jedoch nicht möglich!

Bewegungsminderung bei einem CRPS (Sudeck)

Bewegungsstörung bei einem CRPS der Hand

Beachten Sie in obiger Abb., dass die primäre Verletzung und Operation den Ringfinger betraf, die Bewegungsminderungen aber auch die benachbarten Finger betrifft. Dies ist für ein CRPS typisch.

Von welchem Facharzt sollte die Behandlung eines CRPS durchgeführt werden?
Gerade die Behandlung eines ausgeprägten CRPS ist eine Aufgabe, die ganz unterschiedliche Fachrichtungen der Medizin betrifft. Im Idealfall koordiniert der behandelnde Arzt, der auch die Fraktur oder die primäre Verletzung behandelt hat, die weitere Therapie. Häufig notwendig werden Behandlungen auch durch einen Schmerztherapeuten. Bei Durchführung spezieller Therapien – zum Beispiel Plexusanästhesie oder Plexuskatheter – ist auch der Facharzt für Anästhesie Teil des Behandlungsteams.

Bei schweren Fällen ist auch – und das nicht erst im Spätzustand – die stationäre Behandlung in einer Klinik mit spezieller Erfahrung in der Behandlung eines CRPS sinnvoll und notwendig.

Ist eine operative Behandlung in einer von einem CRPS betroffenen Gliedmaße (zum Beispiel der Hand oder dem Fuß) möglich?
Generell gilt die Überlegung, dass bei einem CRPS möglichst auf jede Therapie, die stärkere Schmerzen verursacht, verzichtet werden soll.

In speziellen Fällen kann es jedoch sinnvoll sein, eine Krankheit, die auch an einer vom CRPS betroffenen Gliedmaße zu Beschwerden führt, operativ zu behandeln. Ein Beispiel ist das Karpaltunnelsyndrom der Hand. Das Karpaltunnelsyndrom kann zu starken zusätzlichen Schmerzen führen. Etliche Handchirurgen befürworten daher auch im Fall eines CRPS die operative Behandlung des Karpaltunnelsyndroms.

Kann man dem CRPS vorbeugen?
Ein Risikofaktor für das CRPS sind langdauernde Ruhigstellungen. Nach einer Fraktur kann es daher sinnvoll sein, eine Knochenbruchbehandlung mittels Operation und Plattenversorgung durchzuführen. Dies erlaubt häufig eine frühe Beweglichkeit.

In den letzten Jahrzehnten beobachtet man einen Rückgang der Häufigkeit des CRPS nach Speichenbrüchen. Möglicherweise liegt der Grund hierfür in den in den letzten Jahrzehnten häufiger praktizierten operativen Versorgungen dieses speziellen Knochenbruchs.

Bei einer Verletzung oder bei einem Knochenbruch senkt eine regionale Anästhesie im Vergleich zur Vollnarkose das Risiko, dass sich an der verletzten Extremität ein CRPS entwickelt. So senkt beispielsweise eine Betäubung am Armnervengeflecht (Plexusanästhesie) bei einer Handoperation, das Risiko eines CRPS im Vergleich zur Vollnarkose.

 Eine in jüngerer Zeit gemachte Beobachtung spricht für den Einsatz von Vitamin C bei Patienten zur Vorbeugung eines CRPS nach einer handgelenksnahen Fraktur. Nach der bisherigen Datenlage scheint die Einnahme von Vitamin C das Risiko für die Entwicklung eines CRPS bei handgelenksnahen Frakturen zu senken.

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