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Mönckeberg-Sklerose

Nach einer Röntgenuntersuchung des Ellenbogens wurde bei mir eine Mönckeberg-Sklerose festgestellt. Was ist eine Mönckeberg-Sklerose?
Ist eine Mönckeberg-Sklerose das gleiche wie eine Arterienverkalkung?

Die Mönckeberg-Sklerose ist eine sehr spezielle Form einer Schädigung der Arterienwand. Die Grafik unten zeigt den zum Verständnis der Krankheit notwendigen Aufbau einer Arterienwand.

Jede Schlagader (Arterie) hat einen dreischichtigen Aufbau.

Arterie Aufbau

Arterie

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ganz innen findet man in einer gesunden Arterie eine ausgesprochen glatte und dünne Schicht, die der Mediziner als Intima bezeichnet. Bei der häufigen Arterienverkalkung (Arteriosklerose) ist diese innere Schicht der Arterien (die Intima) stark verdickt und verengt die Schlagadern.

Im Gegensatz hierzu ist bei einer Mönckeberg-Sklerose die mittlere Schicht der Arterie – die Media – erkrankt. Manche Ärzte nennen die Mönckeberg-Sklerose daher auch Mediasklerose.

In der obigen Abbildung können Sie den Schichtaufbau der Arterie mit Intima und Media gut erkennen.

Zur Verdeutlichung sei nochmals hervorgehoben: bei der Mönkeberg Sklerose erkrankt die mittlere Arterienschicht (die Media) und bei der weitverbreiteten Arteriosklerose erkrankt die innerste Schicht der Arterie (die Intima)

 

Wie ist es möglich, dass eine Mönckeberg-Sklerose auf einem normalen Röntgenbild zu erkennen ist? Werden doch bei einer konventionellen Röntgenaufnahme die Arterien nicht dargestellt.

Röntgenbild Ellenbogen

konventionelles Röntgenbild des Ellenbogens mit Darstellung einer Arterie (blaue Pfeile).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In der obigen Abbildung sehen Sie ein Röntgenbild, auf dem als Zufallsbefund eine Mönckeberg-Sklerose (Mediasklerose) entdeckt wurde.

Die blauen Pfeile in der obigen Abbildung markieren die normalerweise nicht sichtbare Schlagader (Arterie), die bei dem Patienten mit Mönckeberg-Sklerose aber gut sichtbar sind.

Führt die Mönckeberg-Sklerose (Mediasklerose) zur Einengung der Blutgefäße und eventuell zum Verschluss der Arterie?

Nein! Damit ist im Regelfall nicht zu rechnen. Zumindest solange nicht auch gleichzeitig eine Arteriosklerose vorliegt.

Die Mönckeberg-Sklerose verhärtet die Gefäßwand zwar sehr stark, verengt sie jedoch nicht, sodass mit Durchblutungsstörungen in den Armen und Beinen infolge einer Mönckeberg-Sklerose nicht gerechnet werden muss.

Führt man bei Patienten mit einer Mönckeberg-Sklerose eine Kontrastmitteldarstellung der Arterien durch (Angiographie), sind die erkrankten Arterien in ihrem Inneren normal weit.

 

Wie kommt es zur Mönckeberg-Sklerose?

Die Mönckeberg-Sklerose entsteht durch Ablagerungen von Kalksalzen in der mittleren Schicht der Arterien (in der Media). Es sind sogar Fälle bekannt, in denen es zur Verknöcherung der Media gekommen ist.

 

Worin liegt die Bedeutung der Mönckeberg-Sklerose (der Mediasklerose)?

Die stark verhärteten Arterienwände können bei Messung des Blutdrucks sehr leicht zu völlig falschen Blutdruckwerten führen.

Blutdruckmessung am Oberarm.

Blutdruckmessung am Oberarm.

Die obige Abbildung zeigt die Messung des Blutdrucks, wie sie in den vielen Arztpraxen durchgeführt wird.

Stellen Sie sich vor, bei der gezeigten Patientin bestände am Oberarm eine Mönckeberg-Sklerose. Bei der gezeigten Methode des Blutdruckmessens wird von außen über die Manschette die Arterie im Oberarm zusammengedrückt. Bei einer verhärteten Armschlagader wäre der hierfür aufzuwendende Druck ungleich höher als bei einer normalen Arterie. Im Ergebnis führt dies zu einer falschen Messung des Blutdrucks. Bei Patienten mit Mönckeberg-Sklerose können leicht falsche Blutdruckwerte in der Größenordnung von 280 mm HG oder gar höher festgestellt werden.

Was sollte man tun, wenn zufälligerweise eine Mönckeberg-Sklerose auf einem Röntgenbild festgestellt wird?

In einem solchen Fall ist es ratsam einen erfahrenen Arzt (Internisten) aufzusuchen. Bei einer Mönckeberg-Sklerose ist es ratsam nach Erkrankungen zu suchen, die die Mediasklerose fördern. Solche Erkrankungen sind beispielsweise die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) oder auch eine Überfunktion der Nebenschilddrüsen, die zu einem vermehrten Gehalt an Calcium im Blut führt.

 

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