Mittelgelenks-Verletzung Luxation

Luxation eines Fingergelenkes — Verrenkung des Finger Mittelgelenkes

Was ist eine Verrenkung des Mittelgelenkes?
Unter Verrenkung oder Luxation des Mittelgelenkes, versteht man ein Herausspringen des Gelenkes, aus jedweder Verankerung. Hierbei kann das Mittelglied des Fingers, gegenüber dem Grundglied, entweder in Streckrichtung oder seltener, in Beugerichtung „verspringen“.

Auffallend ist, dass bei einer solchen Verrenkung, der Finger nahezu nicht mehr bewegt werden kann. Manche Verletzte renken sich diese Verletzung auch spontan – unmittelbar nach dem Unfall – ein.

Luxatuion PIP- Gelenk zur Streckseite

Luxation (Verrenkung) am Mittelgelenk eines Fingers

Die Abb. zeigt eine Röntgenaufnahme eines Mittelgelenksluxation (Verrenkung) in Streckrichtung.

Bei dieser Verletzung kann der Finger nicht mehr im Mittelgelenk bewegt werden. Die beugeseitige Knorpelplatte reist ab.

Wie muss eine solche Verrenkung behandelt werden?
Eine Verrenkung des Mittelgelenkes bedarf der frühzeitigen Diagnose und Therapie. Nur so können die Schäden minimiert werden.

Bei einer Verrenkung in streckseitiger Richtung, kommt es immer zum Einreißen der beugeseitigen Knorpelplatte am Mittelgelenk. Oft müssen diese Verletzungen operativ versorgt werden, um eine Schrumpfung des Bandsystems, und damit ein späteres Streckdefizit zu vermeiden.

Worin liegt die Besonderheit einer Verrenkung (Luxation) im Fingermittelegelenk, wenn diese sich in beugeseitiger Richtung ereignet?
Immer müssen operativ jedoch die Verrenkungen, in beugeseitiger Richtung, operiert werden, denn diese Verrenkung ist immer mit einem Abriss des Mittelzügels der Strecksehne verbunden.

KnopflochdeformitaetDie Abb. zeigt das Operationsfoto eines abgerissenen Mittelzügels der Strecksehne.

Ohne angemessene Therapie kommt es bei dieser Verletzung zu einer Knopflochdeformität

Dieser Mittelzügel muss stets an den Ansatz des Knochens fixiert werden. Andernfalls entsteht im Verlaufe von Wochen oder weniger Monate eine sehr unschöne Fehlbildung des Fingers, die man Knopflochdeformität nennt.

Was versteht man unter Knopflochdeformität?
Bei einer Knopflochdeformität ist der Finger im Mittelgelenk gebeugt und im Endgelenk überstreckt.

Die Knopflochfehlstellung oder Knopflochdeformität kommt zustande, dadurch, dass der Mittelzügel der Strecksehne abreißt.

Hierdurch kann das Mittelgelenk nicht mehr gestreckt werden. Die Seitenzügel der Strecksehne, die die Streckung des Endgelenkes bewirken, verlagern sich in beugewertiger Richtung. Dadurch ändert sich die Spannung der Strecksehne, und das Endglied wird im Endgelenk überstreckt. Diese Fehlstellung ist sowohl optisch als auch funktionell höchst unangenehm.

Die Behandlung von Verrenkungen (Luxationen) der Mittelgelenke sollte wegen zahlreicher möglicher Spätfolgen frühzeitig durch einen Arzt erfolgen, der über viel Erfahrung im Bereich der Handchirurgie verfügt.

PIP_KunstgelenkHierbei können die Schäden so hochgradig sein, dass in Spätfällen einer Verrenkung (Luxation) am Mittelgelenk nur noch eine Kunstgelenk implantiert werden kann.

Die Abb. zeigt ein solches Kunstgelenk.

Bei Menschen, die schwere körperliche Arbeit verrichten ist hier sogar oft eine Versteifung des Mittelgelenkes notwendig!

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