Metallentfernung Operation

Operation: Metallentfernung an Hand und Arm

Ist eine Metallentfernung immer einer kleiner Eingriff?
Nein, in dieser generellen Weise ist das nicht richtig. Sicherlich können viele Schrauben-  und
Plattenentfernungen wie auch Entfernungen von Drähten als ambulante Operation durchgeführt werden,
da die Beschwerden nach der Operation in der Regel relativ gering sind.

Mittelhandfraktur_Entfernung_PlatteDie Abb. zeigt die Entfernung einer Platte die zur Verschraubung eines Mittelhandbruches eingesetzt wurde.

Hier war die Entfernung der Osteosynthese-Platte notwendig, da sich mehrere Schrauben gelockert hatten.

Ein solche Titanplatte kann meist gut im Rahmen eines ambulanten Eingriffes entfernt werden.

Dennoch ist beispielsweise die Entfernung einer Platte aus der Speiche nicht ein eben mal kleiner Eingriff.
Nicht etwa vergleichbar mit dem „Ziehen eines Zahnes“ wie manchmal fälschlich gesagt wird.

Hier ist es notwendig die Platte auf der ganzen Länge freizulegen und eine Präparation im vernarbten Gebiet zwischen einem Nerv und einer Schlagader durchzuführen. Das Risiko solcher Eingriffe sollte immer sehr gut mit den Vor- und Nachteilen der Operation abgewogen werden.

PlattenentfernungOft ist nach der Entfernung von Platten mit einer längeren blutigen Sekretion aus dem Narbengebiet und den Schraubenlöchern im Knochen zu rechnen.
Daher – wie im Bild – ist das Legen einer Drainage oft notwendig:

Welche Risiken bestehen an Hand oder Arm  bei einer Metallentfernung?
Generell sind die Risiken ähnlich wie bei dem Primäreingriff, wenn sie auch statistisch betrachtet wesentlich seltener auftreten.
So kann beispielsweise bei jeder Operation es zu einer Infektion kommen, auch sind Nachblutungen bei Schäden an größeren Gefäßen nicht auszuschließen, wenn auch selten.

Ein besonderes Risiko stellt die erneute Fraktur nach einer Metallentfernung dar.
Wenn eine Metallentfernung beispielsweise sehr früh durchgeführt wird, und die Fraktur noch nicht vollständig durchbaut ist, kann es nach der Entfernung des Metalls in den nächsten Tagen bei alltäglichen Belastungen einmal zu erneuten Frakturen kommen.
Bei richtiger Abwägung des OP- Zeitpunktes ist dieses Risiko jedoch selten.

Unterarm_frakturWürde man bei dieser Unterarmfraktur die Entfernung der Platten zum Zeitpunkt der Röntgenaufnahme durchführen, so wäre eine erneute Fraktur bei alltäglicher Belastung wahrscheinlich, da die Fraktur der Elle noch nicht fest ist (Pfeil)

Wie soll man sich nach einer Plattenentfernung beispielsweise am Unterarm oder an der Hand verhalten?
Auch bei der Plattentfernung ist eine konsequente Beobachtung und Behandlung der Wunde notwendig. Auch hier werden nach 10-14 Tagen erst die Fäden entfernt und erst danach kann die Hand oder der Arm wieder im Alltag wieder mehr und mehr eingesetzt werden.
Je größer das Osteosynthesematerial war, das entfernt wurde, desto länger sollte man auch die Belastung des Armes oder der Hand reduzieren, beispielsweise sollte bei einer Plattenentfernung aus der Speiche, allein schon wegen der Weichteile mit einer vollen Belastung des Armes gut 6 Wochen gewartet werden.

Im Falle einer zum Beispiel wegen eines Infektes oder wegen einer Metalllockerung früh durchgeführten Metallentfernung, sollten Sie unbedingt den behandelnden Arzt fragen, ab wann eine normale Belastung oder eine Sportbelastung stattfinden kann. Hier kann ein einfaches „drauflos legen“ mit verletzungsgefährdende Sportarten ganz fatale Folgen haben.

Ist es bedenkliches Zeichen, wenn man mehrere Monate nach der Metallentfernung im Röntgenbild noch die Schraubenkanäle erkennen kann?
Nein, dies ist ein völlig normaler Befund. Auch nach einem Jahr kann man im Röntgenbild nach einer Schraubenentfernung die Schraubenkanäle gut erkennen. Es dauert mehrere Jahre bis die Schraubenkanäle vollständig mit Knochen aufgefüllt und im Röntgenbild nicht mehr sichtbar sind.

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