Implantat-Allergie

Allergien und Unverträglichkeiten auf Metall-Implantate:

Für eine Entfernung von Platten, die zur Versorgung eines Knochenbruchs eingesetzt wurden, kann es noch einen weiteren Grund geben.

Die Unverträglichkeit oder Allergie auf das eingebrachte Implantat. (Osteosyntheseplatte). Die Problematik ist jedoch: Allergien auf auf eingesetzte Platten oder Schrauben lassen sich nur schwer erkennen. (Allenfalls mit großer Wahrscheinlichkeit vermuten).

Zu welchen Symptomen kommt es bei einer Allergie auf eine eingesetzte Osteosyntheseplatte?

Die Symptome können sehr vielfältig sein. So leiden Patienten bei einer Allergie auf eine Metallimplantat über lang dauernde Schwellungen über dem Implantat. Oft kombiniert mit Rötungen und Juckreiz.

Dabei können die Rötungen (Ekzeme) auch an anderer Stelle als nur über dem Implantat (Platte) auftreten. Auch Schmerzen, die länger anhalten als für die jeweilige Operation typisch, können ein erster Hinweis auf eine sich entwickelnde Allergie sein.

Auch sehr unspezifische Symptome – wie eine chronische Müdigkeit oder eine Muskelschwäche – sind in Einzelfällen nach der Entfernung einer Platte (oder einer Prothese) verschwunden. Symptome einer Allergie gegen eine Platte zur Frakturbehandlung können eine Infektion vortäuschen!

Kann man eine Allergie auf Platten nicht vermeiden?

Eine absolut sichere Vermeidung ist nicht möglich, wohl aber lässt sich die Wahrscheinlichkeit auf eine Metallallergie (Implantat-Unverträglichkeit) senken. Besonders vor nicht ganz dringlichen Eingriffen erhalten Patienten vor dem Einsetzen einer Platte (Ostesosynthese-Platte) oder auch einer Knie- oder Hüftprothese einen Fragebogen, auf der nach bekannten Allergien gefragt wird.

Dabei erinnern sich die meisten Patienten an Allergien gegen Pollen (Heuschnupfen) oder dergleichen.Nur wenige erinnern sich an allergische Reaktionen auf Modeschmuck oder Substanzen, denen wir im Beruf ausgesetzt sind. Metalle im Modeschmuck – wie Nickel, Chrom oder Kobalt – finden sich auch in vielen von Chirurgen oder Orthopäden verwendeten Platten zur Knochenbruch Behandlung. Mehr als 10 Prozent aller Menschen leiden an einer Allergie gegen Nickel.

Wenn Sie sich also an eine „Hautreizung“ nach dem Tragen eines Schmuck- oder Uhrimitats erinnern, so sollten Sie vor einer Fraktur-Operation hierauf unbedingt Ihren Chirurgen hinweisen. Ebenso wenn Sie wegen einer Kontaktallergie bereits in ärztlicher Behandlung waren.

In solchen Fällen werden Implantate aus Titan verwendet. Aber auch Titanimplantate bieten keine absolut sichere Gewähr gegen eine Unverträglichkeit. Wird eine Titanplatte mit einem Knochen verschraubt, so lösen sich winzige Partikel aus der Oberfläche der Platte. Diese winzigen Partikel werden vom Immunsystem des Körpers als Fremdkörper eingeschätzt und bekämpft! Eine chronische Entzündung entsteht.

Gibt es einen sicheren Test auf eine Unverträglichkeit auf eine einmal eingebrachte Platte (oder Prothese)?
Nein! Allergie-Test können jedoch Hinweise auf  eine Unverträglichkeit liefern.

Was soll man tun, wenn ein begründeter Verdacht auf eine Allergie (Unverträglichkeit) gegen eine Platte besteht?
In solchen Fällen ist es sinnvoll die Platte zu entfernen, sobald die Fraktur ausreichend stabil ausgeheilt ist. Auch wenn keine absolute Gewissheit möglich ist, so genügt für die Entfernung einer eingebrachten Platte ein gut begründeter Verdacht auf eine Implantat-Unverträglichkeit.

Dabei sollte die Metallentfernung möglichst innerhalb des ersten Jahres nach der primären Operation vorgenommen werden. Nur so ist gewährleistet, dass auch (wirklich) alle Teile des eingebrachten Plattenmaterials und der Schrauben entfernt werden.

Im Falle einer Platte ist eine Entscheidung relativ leicht. Im Falle einer Knie- oder Hüftprothese ist eine solche Entscheidung von ungleich größer Tragweite.

Metallentfernung:    1    2    3    4    5    6 

 

 

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