Golfer Ellenbogen Kortison-Spritze

Kortison-Injektion (Cortison) beim Golfer-Arm (Epikondylitis medialis)

Was kann beim Golfer-Ellenbogen noch getan werden, wenn das Vermeiden der auslösenden Ursachen, Medikamente oder das Tragen der  Epikondylitis-Spange nicht hilft?
In diesen Fällen ist die Injektion von Kortison zur erwägen.

Das heißt es wird Kortison in das Ellenbogengelenk gespritzt?
Es wird das Cortison nicht etwa in das Ellenbogengelenk gespritzt, sondern eine relativ geringe Menge Cortison wird an die krankhaft veränderten Sehnenansätze am Epikondylus infiltriert. Viele Ärzte verwenden hier zusätzlich auch noch andere Medikamente, die den Schmerz betäuben.

Kortisoninjektion beim Golferarm

Kortioson-Injektion beim Golferarm

Die Abb. zeigt die Durchführung der Injektion von Kortison beim Golfer-Ellenbogen.

Bitte beachten Sie die strenge Sterilität (Asepsis) bei Durchführung der Kortison-Spritze.

Das geringe – aber nicht vernachlässigbare – Risiko der Kortison-Spritze bei der Epikondylitis Therapie ist die Infektion!

Was ist eigentlich Kortison?
Kortison ist eine körpereigenes Hormon (Steroid-Hormon), dass in der Nebenniere produziert wird. Bei einem gesunden Erwachsenen gibt die Nebenniere täglich etwas 10 mg dieses Stoffes ins Blut ab.

Wieso wirkt dann das Kortison bei einer Erkrankung wie dem Tennisarm oder dem Golferarm?
Kortison wirkt stark antientzündlich. Um die aufgefaserten Sehnenansätze am inneren Ellenbogen bildet sich ein entzündliches Gewebe, dass ganz wesentlich für den empfundenen Schmerz verantwortlich ist. Die entzündlichen Begleitveränderungen werden durch die Kortison-Spritze gedämpft. Viele so Behandelte merken bereits kurz nach der Kortison-Spritze eine wesentliche Besserung der Schmerzen!

Lassen Sie sich nicht verführen durch eine drastische Besserung, nun die auslösenden Aktivitäten wieder in alter Weise durchzuführen. Der Rückfall ist dann sehr wahrscheinlich!

Ist die Kortison-Injektion schmerzhaft?
Angenehm ist die Kortison-Spritze sicherlich nicht! Ein erfahrener Arzt wird jedoch vor der eigentlich tiefen Injektion das Injektionsgebiet betäuben und sehr langsam das Medikament spritzen, so dass die Beschwerden recht gut auszuhalten sind.

Hat die Kortison-Spritze Risiken?
Ja, auch Injektions-Therapien mit Kortison sind nicht ohne Risiko und die Risiken der Cortison-Injektion beim Golferarm müssen in jedem Einzelfall gut abgewogen werden.

Die allgemein medizinische Risiken einer Kortison-Spritze sind gering , da nur Spuren des Cortisons in den Kreislauf gelangen und die Kortisonmenge, die in den Kreislauf gelangt, sehr klein ist.

Dennoch kann dies auch einmal zu einer vorübergehenden Rötung und Blutdrucksteigerung führen. Der sogn. Kortison-Flush (Rötung und leichte Anschwellung im Gesicht) ist abhängig von der Kortison-Dosis. Er bildet meist nach wenigen Tagen zurück!

Kurzfristigen Änderung des Zuckerstoffwechsels sind ebenfalls zu beachten. Menschen mit hohem Blutdruck oder Diabetes mellitus, sollten hier unbedingt darauf achten, dass sie ihren behandelnden Orthopäden auf diese Erkrankungen hinweisen.

Auch kann an der Stelle der Injektion des Medikamentes eine Blutung an der Injektionsstelle des Kortions entstehen. Besonders gefährdet für dieses Risiko sind Menschen mit Gerinnungsstörungen oder Menschen, die aus anderen Gründen Medikamente einnehmen, die die Blutgerinnung verlangsamen.

Weisen Sie ihren behandelnden Arzt deshalb darauf hin, wenn Sie Medikamente einnehmen wie z.B. Marcumar® , ASS100®,  Aspirin®…..). In solchen Fällen darf die Injektion nicht vorgenommen werden, da ein hohes Blutungsrisiko besteht.

Welche lokalen Risiken bestehen sonst noch?
Die Haut und des Unterhautfettgewebe kann an der Injektionsstelle nach einer Kortison-Injektion sehr dünn und verletzlich werden. Dies ist besonders bei häufigeren Kortison-Injektionen zu befürchten.

Das schwerwiegendste lokale Risiko ist jedoch die tiefe Infektion. Diese besonders schwere Komplikation der Spritzenbehandlung beim Golfer-Arm tritt sicherlich nur sehr selten auf. (statistisch ein Fall auf 10000 bis 20 000 Injektionen); dennoch bedeutet eine tiefe Infektion am Ellenbogen oft eine dringliche, zwingend notwendige Operation.



Wie erkennt man die Komplikation einer Infektion?
Im Falle einer Injektion kommt es meist wenige Tage nach der Injektion, zu einer zunehmenden Schwellung und Rötung. Das gesamte Injektionsgebiet beginnt immer stärker zu schmerzen. Oft auch empfindet der Betreffende Klopfschmerzen, die besonders nachts sehr heftig sein können.

Bei Druck auf die Region der Injektion werden die Schmerzen provoziert. In einem solchen Fall muss sofort der behandelnden Arzt aufgesucht werden. Bei einer Infektion nach einer Kortison-Spritze ist Eile geboten, um dem weiteren Fortschreiten der Infektion zuvor zu kommen!

Sind noch weitere Komplikationen der Behandlung mit einer Kortison-Spritze möglich?
Eine Aufzählung von Komplikation in diesem Rahmen kann nie vollständig sein, da Risikoabwägungen nur individuell geschehen können. Als Risiko der Kortison-Spritze beim Golfer-Ellenbogen wäre aber noch zu nennen:

Die Allergie auf Bestandteile in der Spritze (z.B. Allergie auf ein mit injiziertes örtlich wirkendes Betäubungsmittel)

Aber auch die versehentliche Injektion in den Ellennerven (Nervus ulnaris). Die versehentliche Schädigung des Ellennerven durch eine Kortison-Spritze beim Golfer-Ellenbogen wird jedoch einem in dieser Methode erfahrenen Arzt nicht unterlaufen!

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