Beckenkamm-Operation

 

Knochentransplantation vom Beckenkamm

 

Was wird prinzipiell bei einer Knochenverpflanzung vom Beckenkamm gemacht?

Spongiosaplastik vom Beckenkamm zur Wirbelsäule

Beckenkammtransplantat zur Wirbelsäule

CC BY 3.0  File:Blausen 0096 BoneGraft.png

Die Abbildung verdeutlicht noch einmal das Prinzip der Knochentransplantation aus dem Beckenkamm. Aus dem Beckenkamm wird ein Knochenteil entnommen. Der Chirurg wird das entnommene Knochenteil noch einmal im Hinblick auf Größe und Form etwas nachbearbeiten und dann an eine andere Körperstelle einsetzen. In der obigen Grafik ist als Beispiel der Raum zwischen 2 Wirbel ausgewählt, die miteinander verblockt werden sollen.

Spongiosaplastik aus Beckenkamm

aus Knochenrinde (ganz oben) und Spongiosa bestehender Knochenblock aus dem Beckenkamm

Die obige Abbildung zeigt die Fotografie eines frisch entnommenen Knochenteils aus dem Beckenkamm. Die überwiegenden Anteile des entnommenen Knochens sind Schwammknochen (Spongiosa). Nur der obere Anteil des entnommenen Knochens enthält die harte Knochenrinde. (Das entnommene Knochenstück wurde zur Behandlung einer Pseudarthrose im Kahnbein verwendet).

 

Welche Narkose ist zu Entnahme des Knochens aus dem Beckenkamm notwendig?

 Eine Knochenentnahme aus dem Beckenkamm wird meist in Vollnarkose durchgeführt. Nicht selten wird dabei eine kombinierte Narkose durchgeführt.

Wird beispielsweise der Knochen aus dem Beckenkamm in einen Knochen an Unterarm oder Hand eingesetzt, so kann der Arm durch eine regionale Betäubung des Armnervengeflechts (Plexus Anästhesie) betäubt werden und nur für die zeitlich kürzere Entnahme des Knochens aus dem Beckenkamm wird eine Vollnarkose notwendig.

Der Vorteil einer solchen kombinierten Anästhesie liegt darin, dass auch nach der Operation für etliche Stunden nach der Operation – zumindest am Arm – keine Schmerzen wahrgenommen werden, da die regionale Betäubung des Arms noch wesentlich länger wirkt als die Operation gedauert hat.

 

Wie wird am Beckenkamm die Knochenentnahme durchgeführt?

 Es erfolgt direkt über dem Beckenkamm ein Hautschnitt. In der Abbildung unten ist die spätere Narbe des Schnitts nur noch zu erkennen, weil sie nachgezeichnet wurde.

Knochenentnahme am Beckenkamm (Narbe)

Narbe am Beckenkamm nach früher hier vorgenommener Knochenentnahme

Die Länge des Schnitts variiert etwas je nach der Größe des zu entnehmenden Knochenstücks. Nachdem die Haut und die unter der Haut liegende Fettschicht durchtrennt ist, erreicht der Chirurg sehr bald den Beckenkamm. Bei der Freipräparation des Beckenkamms muss auf mehrere hier verlaufende Hautnerven geachtet werden, die aufgrund der ständigen kleineren Blutungen auch einmal geschädigt werden können.

Ist der Beckenkamm einmal freigelegt, wird dann mit speziellen Geräten der Knochen eröffnet – und je nach Bedarf – entweder nur Schwammknochen (Spongiosa) oder ein Knochenstück, dass sowohl die Knochenrinde als auch die Spongiosa enthält, entfernt.

Ist der Knochen einmal entfernt wird meist eine Dränage eingelegt, die nach wenigen Tagen wieder entfernt wird. Die Haut wird abschließend der Operation vernäht und mit einem Verband abgedeckt.

 

Ist dies prinzipiell ein schwierig durchzuführender Eingriff?

 Bei schlanken Menschen ist der Eingriff meist recht leicht, da infolge der dünnen Fettschicht der Beckenkamm schnell erreicht wird. Bei übergewichtigen Patienten kann die Knochenentnahme aus dem Beckenkamm mühevoll werden.

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