Supinatorsyndrom: Therapie

Therapie des Supinatorsyndroms (Operation)

Was ist im Falle eines Supinatorsyndroms zu tun?
Bei einem Supinatorsyndrom gilt es zunächst einmal- soweit möglich- die Ursache abzustellen. Sollte dies eine ungewöhnliche Belastung sein, so erholt sich der Nervus radialis in einigen Fällen wieder und die Symptome lassen nach und können sogar ganz verschwinden.
Bei akuten Schmerzen kann auch die vorübergehende Einnahme von Voltaren®, Ibuprofen® und vergleichbaren Medikamenten sinnvoll sein!
In den Fällen, die länger anhalten, muss die Operation sorgfältig abgewogen werden.

Hängt der Rat pro oder contra Operation denn von der Schwere der Symptome ab?
Ja, im Falle einer Lähmung oder einer Muskelschwäche der Fingerstreckung, wird man eher zur Operation raten, als im Falle von lokal begrenzten Schmerzen.

Bestehen ausschließlich Schmerzen (algetische Form) des Supinator-Syndroms, so kann der schmerzend entzündete Nerv (Neuritis) auch einmal mit einem Softlaser = Kaltlaser behandelt werden.

Warum ist dies so?
Nerven sind sehr empfindliche Gebilde. Eine sehr lange bestehende Druckschädigung an einem Nerv kann dazu führen, dass auch nach Beseitigung des Druckes der Nerv sich nicht mehr richtig erholt. Daher sollte gerade bei einer schweren Druckschädigung- und diese führt in der Regel zu motorischen Ausfällen- relativ früh über eine Operation nachgedacht werden.

Was wird bei der Operation gemacht?

Nerven-VerlaufDer Radialisnerv (roter Pfeil) muss in seiner Verlaufsstrecke am körpernahen Unterarm freigelegt werden.

Die Durchtrittsstelle durch den Supinatormuskel wird operativ erweitert

Im Prinzip wird der Radialisnerv vom Druck befreit. Dies bedeutet, dass der Supinatortunnel, durch den der Radialis muss, aufgespalten und erweitert wird.

Schnittführung_SupinatortunnelDie Abb. links zeigt eine häufig benutzte Schnittführung:

Erst tief in der Muskulatur des Armes gelangt man auf den geschädigten Radialisnerven

Sollte sich schon vor der OP oder erst während der OP herausstellen, dass ein Tumor vorliegt, wird selbstverständlich auch dieser Tumor, der zu dem Druck auf den Nerv geführt hat, entfernt.

Ist die operative Behandlung des Supinatortunnelsyndroms eine einfache Operation?
Nein, keineswegs. Die Operation ist für den Betroffenen und auch für den behandelnden Chirurgen nicht einfach. Der Radialisnerv liegt sehr tief im Unterarm und ist unter vielen Muskeln verborgen und muss dort zunächst aufgesucht werden. Dies macht einen erfahrenen Arzt erforderlich.

Armmuskeln_SupinatorDer Radialisnerv ist tief in den Unterarmmuskeln verborgen.
Die Freilegung dieses Nerven ist nicht einfach!

Was kann man nach der Operation erwarten?
Wenn die Diagnose vor der OP richtig war und die Operation von erfahrener Hand sachgerecht vorgenommen wurde, sind die Ergebnisse oft recht gut und überzeugend. Die Lähmungserscheinungen bilden sich meist zurück.

Dauert es lange, bis die Lähmungserscheinungen verschwinden?
Dies hängt ganz von der Schwere der Druckschädigung des Nervens ab. Als Faustformel kann man sagen: „Je länger der Nervendruck spannt und je höher gradiger  die Schädigung im Nerv war desto länger benötigt der Nerv dafür auch eine Erholung.“

Die Rückbildung der Schmerzen bei der algetischen Form des Supinatorsyndroms ist sehr unterschiedlich. Hier ist wiederum sehr wichtig, dass vor der OP so weit wie möglich sicher gestellt wurde, dass auch wirklich ein Supinatorsyndrom vorlag und nicht die Schmerzen am seitlichen Ellenbogen durch eine Epicondylitis oder gar durch Veränderungen an der Halswirbelsäule verursacht wurden.

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