Schulter-Eckgelenk Verletzungen Operation

Operation der Schulter-Eckgelenks-Sprengung

Was geschieht prinzipiell bei einer operativen Behandlung einer Schultereckgelenkssprengung?
Der Operateur wird einen Schnitt wie bei einem Säbelhieb am seitlichen Ende des Schlüsselbeines anlegen. Von dort aus wird das verletzte Schultereckgelenk dargestellt. Zur Versorgung der eigentlichen Gelenksprengung gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Operationsverfahren. Die Naht der Bänder kann ergänzt werden durch das Einbringen von Drähten, Schrauben oder Platten.

Schulter Schraube

Schraube zur Behandlung einer Schultereckgelenksarthrose

Die Abb. links zeigt das Röntgenbild nach einer Operation bei Schulter-Eckgelenkssprengung.

Hier wurden die Bänder direkt genäht und die Stabilisierung der Knochen erfolgt durch eine Schraube.

Schultereckgelenkssprengung Operation

Operation einer Schultereckgelenkssprengung mit Zuggurtung

Auch andere Fixierungen von Schlüsselbein (Klavikula) und Schulterhöhe (Akromion) sind möglich.

Die Abb. zeigt eine eine operative Behandlung der Schulter-Eckgelenks-Sprengung mittels Zuggurtung.

Die Zuggurtung wird auch an anderen Gelenken – Daumengrundgelenk – und bei Knochenbrüchen (Olekranon) oder der Kniescheibe (Patella) vielfältig angewandt.

Welche Risiken werden durch die Operation in Kauf genommen?
Wie bei jeder Operation kann es auch bei Eingriffen am Schultereckgelenk zu Wundheilungsstörungen oder tiefen Infekten kommen. Besonders beim Auftreten tiefer Infekte muss eine erneute operative Behandlung erfolgen und evtl. muss jedes Fremdmaterial entfernt werden.

Sind auch Gefäß- und Nervenverletzungen möglich?
Ja. Wie bei jedem Eingriff am Schlüsselbein können auch am seitlichen Schlüsselbein die hier verlaufenden großen Blutgefäße und die Nerven des Harnnervengeflecht (Plexus) verletzt werden. Allerdings ist dieses Risiko gering, aber aufgrund der Schwere einer solchen Schädigung muss es wohlbedacht sein.

Schluesselbein Bild

Plexus brachialis und Schlüsselbein

Die Abb. zeigt die Nähe der Blutgefäße (rot) und der Nerven (gelb) zum Schulter-Eckgelenk.

Alle Eingriffe in diesem Bereich sind mit dem Risiko behaftet, dass es zu einer Gefäß oder Nerven-Verletzung kommt.

Kann es später zu einer erneuten Schultereckgelenkssprengung kommen?
Ja, dies ist keineswegs selten. Wird die Bandverbindung nicht ausreichend stabil nach der Operation, können bereits alltägliche Belastungen zu einer sekundären Verschiebung zwischen dem seitlichen Schlüsselbein und der Schulterhöhe führen.

Wie verläuft die Nachbehandlung in den ersten Tagen nach der Operation?
In  den ersten Stunden nach der Operation kontrolliert der Arzt die Durchblutung und die Sensibilität von Arm und Hand. Zusätzlich wird kontrolliert, ob die eingelegten Drainagen korrekt funktionieren oder ob hier eine ungewöhnlich große Blutmenge liegt. Die meisten Operateure empfehlen noch am Operationstag Bewegungen der Hand und des Ellenbogengelenkes.

Wann wird die eingelegte Drainage entfernt?
Meistens zwischen dem 2. und 3. Operationstag, wenn die geförderte Blutmenge unter 40-50 ml fällt. Dann kann meist auch der Schulterverband entfernt werden und die Wunde wird dann mit einem größeren Pflaster abgedeckt.

Wann werden die Fäden entfernt?
Meist um den 12. bis 14. Tag. (Einzelheiten zur Entfernung der Haut-Fäden)

Wie lange muss die Schulter ruhig gestellt werden?
In den ersten sechs Wochen wird die Schulterbeweglichkeit meist auf etwa 90° begrenzt. Zeigt nach dieser Zeit das Röntgenbild eine korrekte Position am seitlichen Schlüsselbein, so kann ein Weitergehen des Bewegungstraining und bei Sportlern, ggf. ein Muskelaufbautraining, empfohlen werden. Mit der Wiederaufnahme, besonders verletzungs- gefährdender sportlicher Aktivität, sollte drei Monate nach der Operation gewartet werden.

Verbleiben nach der Operation über einen längeren Zeitraum Schmerzen im Gebiet der verletzten Schulter, so käme als Nachbehandlung der Schulter-Schmerzen und eventuell auch der Operations-Narbe die Therapie des Schulterschmerzes mit einem Kaltlaser in Betracht. Auch naturheilkundliche Behandlungen wirken besonders dann gut, wenn sie rechtzeitig durchgeführt werden und nicht erst wenn es zu einer schwerwiegenden Einschränkung der Schulterbeweglichkeit gekommen ist.

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