Riesenzelltumor OP-Risiko

Operationsrisiken bei der Entfernung von Fingertumoren (Riesenzelltumoren, braunen Tumoren)

Kann der Tumor nach operativer Entfernung wiederkommen?
Ja. Dies ist alles andere, als ungewöhnlich. In der Fachliteratur wird eine Quote von 10- 30% für ein Rezidiv Riesenzelltumor angegeben.

Wie ist diese hohe Rückfallquote zu erklären?
Gerade bei größeren Tumoren ist das Rückfallrisiko höher. Die größeren Tumore haben oft kleinere Satellitenteile in schwer zugänglichen oder schwer sichtbaren Anteilen des Fingers. Auch größere Tumore finden sich mit Anteilen beuge- und streckseitig. Ein sehr großer Riesenzelltumor ist immer schwierig in voller Größe darzustellen.

Riesenzell-Tumor_OpDer operative Aufwand zur Entfernung eines Riesenzelltumors ist hoch; aber zwingend geboten:

Nur so können die Operationsrisiken gering gehalten werden!

Welche Operationsrisiken bestehen bei Entfernung eines Riesenzelltumors?
Das größte Risiko ist sicherlich die Verletzung eines oder beider Fingernerven und Gefäße. Andere Risiken können im Prinzip bei jeder Hand- OP auftreten. Es sind die Infektionen der Weichteile,  in sehr seltenen Fällen auch mal tiefe Infektionen mit Knochen-  oder Gelenkbeteiligungen. Nach Entfernung des Tumors lassen sich Bewegungseinschränkungen nicht mit Sicherheit ausschließen. Ein frühes Einsetzen eigentätiger Bewegungen bei gut sitzenden Verbänden ist jedoch die beste Vorbeugung für eine Gelenksteife.

Was wäre denn die Folge einer Nerven- oder Gefäßverletzung bei der Entfernung eines Riesenzellfibroms?
Die Verletzung eines Finger- oder Handnervens hat generell zufolge, dass in dem abhängigen Bereiche des Nervens ein völliges Taubheitsgefühl eintritt. Viel unangenehmer ist jedoch für viele Betroffene der elektrisierende Schmerz, (s.g. Neuromschmerz) der an der Verletzungsstelle des Nervens innerhalb weniger Tage oder Wochen entwickelt. Viele

Betroffene klagen dann über erhebliche schmerzhafte Missempfindungen, die von der Verletzungsstelle der Nerven ausgehen. Gerade solche Nervenverletzungen sind dann oft auch der Ausgangspunkt für ein chronisch regionales Schmerzsyndrom (eine Krankheit die man früher Sudeck- Syndrom oder Sudeck’ sche Krankheit genannt hat).

Was ist im Falle einer Nervenverletzung bei einem Riesenzelltumor zu tun?
Wird der Eingriff in einer handchirurgischen Fachabteilung oder von einem Arzt durchgeführt,  der eine mikrochirurgische Erfahrung mit Wiederherstellung von Nerven hat, so kann bereits in der Operation die Nervendurchtrennung gesehen und wieder rekonstruiert werden.

Eine Nervenrekonstruktion ist aber auch wenige Wochen nach dem versehentlichen Durchtrennen eines Nervens möglich. Sind die Nervenenden hierbei weit distanziert, so kann ein kleines Nerventransplantat vorgenommen werden. Hierzu nimmt man ein kleines Stück eines Nervens aus dem Unterarm heraus. Dieser Nerv der hier genommen werden kann, leitet lediglich Schmerzen aus dem Handgelenk. Er ist entbehrlich.

Er kann als Zwischenstück für ein Defekt im Fingernerven verwendet werden. Eine Rekonstruktion der Nerven mit entsprechender medikamentöser Therapie (evtl. Durchgeführt von einem Schmerztherapeuten) ist die beste Vorbeugung für ein chronisch regionales Schmerzsyndrom.

Wer sollte die operative Entfernung eines Riesenzelltumors am Finger oder an der Hand durchführen?  
Hier ist es ratsam, dass jeder Betroffener gut prüft. Der Eingriff ist ja nicht dringlich!

Es ist empfehlenswert eine solche Tumor-Operation nur von einem Arzt vornehmen zu lassen, der besondere Erfahrungen mit Hand- und Finger-Operationen hat. Dies reduziert sowohl die Wahrscheinlichkeit eines Tumor-Rezidivs, als auch die Gefahr einer Nerven- und Gefäßverletzung.

Medianus_Tumor_Unterarmintra operativ ist eine unerwartete Situation nie auszuschließen:

Hier liegt der Tumor (roter Pfeil) in unmittelbarer Nähe des Nervus medianus (blauer Pfeil) und verursacht ein Karpaltunnelsyndrom

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