Panaritium Therapie

Therapie des Panaritum (Fingerinfektes)

Ist bei einem Panaritium eine Antibiotika-Behandlung notwendig?
Generell gilt, dass die Antibiotika-Behandlung bei tiefen Infektionen an der Hand eine sehr sinnvoll Zusatztherapie sind. Die Einnahme eines Antibiotikums ist kein Ersatz für eine zeitgerechte operative Behandlung.

Heißt das, dass ein Abszess (Eiteransammlung) in der Hand immer operiert werden muss?
Ganz wichtig ist,  hier zu verstehen,  dass die frühe operative Intervention die einzige Möglichkeit ist, die Ausbreitung des Infektes zu verhindern. Eine Antibiotika-Behandlung kann isoliert nur hilfreich sein bei einer noch nicht stattgefundenen Einschmelzung des normalen Gewebes (Abszessbildung).
Dies kommt zum Beispiel bei einer Paronychie im Frühstadium vor.

Das Panaritium sollte frühzeitig operativ behandelt werden, dann ist zusätzlich die Behandlung mit einem Antibiotikum zu überprüfen. Das Antibiotikum ist eine Zusatzmaßnahme, kein Ersatz für die Operation.

Wie kann man sicher sein, dass das ausgewählte Antibiotikum den tatsächlichen Erreger auch abtötet?
Sinnvoll ist es, bei der Operation eine Probe aus dem Eiter (Abstrich) zu entnehmen. Der Abstrich kann dann in einem Mikrobiologischen Labor untersucht und die Bakterien nachgewiesen werden.
Bei dem Heranzüchten der Bakterien ist es dann auch möglich, verschiedene Antibiotika auszutesten und später gezielt in der Therapie einzusetzen. Da dieser Vorgang einige Tage in Anspruch nimmt, muss sich der behandelnde Arzt zunächst für die Gabe eines Antibiotikums entscheiden. Er wählt hier ein Antibiotikum, das erfahrungsgemäß Staphylokokken abtötet.

Was wird im Prinzip bei der operativen Behandlung eines Panaritiums gemacht?
Je nach Lokalisation des Panaritiums wird eine unterschiedliche Schnittführung gewählt. Liegt das Panaritium beispielsweise am Nagelrand, so wird ein seitlich vom Nagel liegender Schnitt gewählt.
Liegt das Panaritium auf der Greifseite des Endgliedes, so wird hier ein gewinkelter Schnitt gewählt, der ggf. auch bis über das Mittelglied verlängert wird. Die kleineren Verletzungszonen der Haut müssen ausgeschnitten werden.

Panaritim_Fruehes_StadiumAm wenigsten belastend ist eine früh vorgenommene Operation:

Hier im Bild wurde ein Rosendorn als Ursache für den beginnenden Fingerinfekt entfernt

Was wird dann im Weiteren gemacht?
In der Tiefe der Operation findet der behandelnde Chirurg stets Gewebe, das nicht mehr lebensfähig ist. Oft  ist dieses Gewebe vermischt mit Eiter.
Alle toten und halbtoten Gewebe müssen konsequent entfernt werden. Am Ende der operativen Behandlung wird dann die Wunde wiederholt mit einer Kochsalz- oder Ringerlösung ausgespült, um die Keimzahl zu verringern.

Oft wird auch eine Drainage (eine Lasche) eingelegt, um einen zu frühen Wundverschluss zu verhindern.

Warum wird bei einem Infekt die Wunde nicht richtig geschlossen?
Dies ist ein ganz wichtiger Aspekt, dass dies nicht geschieht. Ebenso sollte bei stark Infekt gefährdeten Verletzungen –  wie zum Beispiel Bissverletzungen – die Wunde nie richtig verschlossen werden.
Die Verletzung wird bei größeren Wunden allenfalls mit einigen wenigen Nähten aneinander gelegt. Zwischen den Nähten muss ein genügender Sekretabfluss bestehen.

Die Wunde eines Infektes muss von unten her heilen. (Der Arzt spricht von einer Heilung per secundam)
Schließen sich die Wundränder zu schnell, so wird der Infekt wieder aufblühen. Die Wundsekrete  -wenn sie nicht nach außen ablaufen können-  sind ein sehr guter Nährboden für verbliebene Bakterien.

Panarituim (Fingerinfektion):    1    2    3    4     5 

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