Entzündung am Fingernagel Therapie

Nagelinfektion: Therapie des Panaritium am Nagel (Paronychie)

Wie wird die Paronychie (Nagelpanaritium) behandelt?
Im Anfangsstadium (d. h. wenn sich noch keine eitrige Schwellung unter der Haut gebildet hat) heilt die Paronychie durch antiseptische Fingerbäder und durch eine Ruhigstellung  auf einer Fingerschiene aus.
In jedem Einzelfall muss geprüft werden, ob zusätzlich eine antibiotische Behandlung erfolgen sollte.

Nagelrandinfektion_konservativDieses frühe Infektionsstadium konnte durch lokale antiseptisch wirkende Salben, Handbäder und Antibiotika zur Ausheilung gebracht werden.

Wichtig ist, dass in einem solchen Fall eine engmaschige Befundkontrolle durch den Arzt erfolgen muss, da eine solche konservative Therapie nicht ausreichend ist, wenn sich ein eitrige Abszess bildet.

Im Falle eines fortschreitenden Infektes kann nur durch eine operative Frühintervention eine bleibende Schädigung vermieden werden! Antibiotika wirken ergänzend zur Operation. Niemals sind Antibiotika ein Ersatz für eine Operation in fortgeschrittenen Fällen!

Panaritium_daumen     Umlaeufer

In beiden oben gezeigten Fällen ist eine Operation unbedingt geboten! In der Abb. links ist die Eiteransammlung schon durch die Haut zu erkennen. (Blase); im Fall rechts greift die Infektion vom Entstehungsort (weißer Pfeil) schon auf die andere Fingerseite über.

Schnitt_PanaritiumLiegt der Eiterherd am seitlichen Nagel in den Weichteilen, so so wird wenige Millimeter unterhalb des Nagels die Haut aufgeschnitten und dem Eiter Abfluss geschaffen.

Welche Therapie ist denn bei einer Eiterbildung am seitlichen Nagelrand notwendig?
Prinzipiell muss dort, wo es eine Eiteransammlung gibt, dem Eiter eine Ablaufmöglichkeit geschaffen werden. Dies ist besonders im Bereich der Hand sehr wichtig, dass dies frühzeitig geschieht, da die Hornschicht im Bereich der Hand sehr dick ist und ein spontanes Durchbrechen des Eiters durch die Haut an der Hand daher meist nicht möglich ist.

Besteht ein seitlich des Nagels gelegener Eiterherd, so genügt hier ein kleiner Schnitt mit einem Skalpell.
Es gibt auch Ärzte, die die eitrige Flüssigkeit mit einer Nadel punktieren und die Punktionsstelle dann etwas erweitern, so dass der Eiter abfließen kann.  (Abb. oben)

Reicht eine solche Therapie immer aus?
Nein. Besonders im fortgeschrittenen Fall, wenn der Eiter bereits unter den Nagel vorgedrungen ist, oder bereits um den Nagel sich ausdehnt, muss ein Teil des Nagels abgehoben werden. Hier kann es dann auch notwendig werden, eine kleine Drainage einzulegen.

Paronychie_Operationin fortgeschritten Fällen – oder wie in der Abb. bei einem Rückfall der Infektion – muss der Teil des Nagels entfernt werden, unter dem sich der Eiter ausgebreitet hat.

Ist das Nagelbett von dem Infekt noch nicht zerstört, wächst der Nagel später wieder nach.

(Eine ganz ähnliche Problematik gibt es auch beim eingewachsenen Zehennagel)

Welche Anästhesie ist bei diesen Eingriffen erforderlich?
Solange keine Durchblutungsstörungen oder stärkere Rötung über das eigentliche Infektionsgebiet hinausgeht, reicht eine isolierte Betäubung des Fingers (sogenannte Oberst’sche Anästhesie). Hierbei werden nur die Fingernerven betäubt.

Nerven_Hand_Kleinin der Hand verlaufen eine Vielzahl von Nerven (gelb skizziert).  Jeder dieser Nerven kann isoliert betäubt werden.

Im komplizierten Fall des bereits fortgeschrittenen Infektes kann es im Einzelfall auch notwendig werden, den ganzen Arm zu betäuben (z.B. Plexusanästhesie).

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