Olekranonfraktur: Komplikationen nach Operation

Komplikationen und Operationsrisiken der Olekranonfraktur

Mit welchen Komplikationen ist bei einer Olekranonfraktur zu rechnen?
Brüche des Ellenhakens können eine Vielzahl von Problemen und Komplikationen bereiten:

Das beginnt bereits unmittelbar nach dem Unfall. Die Olekranonfraktur entsteht meist durch einen Sturz auf den gebeugten Ellenbogen. Hierbei kann die über dem Ellenhaken gelegen Haut verletzt werden. Auch ein Schleimbeutel (Bursa olecranini), der zwischen Haut und Ellenbogen liegt, kann gemeinsam mit einer Olecranonfraktur eröffnet werden. Der eröffnete Schleimbeutel am Ellenbogen infiziert sich häufig. Er muss unverzüglich nach der Verletzung entfernt werden!

Ellenbogen Bursa

Schleimbeutel am Ellenhaken (über dem Olecranon)

Zwischen Haut und Olekranon liegt ein Schleimbeutel (Bursa olecrani). Könnte man im Röntgenbild diesen Schleimbeutel sehen, so befände er sich an der gelb gezeichneten Stelle.

Diese Schleimbeutel enthält Flüssigkeit und polstert das Olekranon.

Bei Verletzungen kann dieser Schleimbeutel eröffnet werden. Dann besteht ein sehr hohes Infektionsrisiko!

Können durch die Operation auch Nerven verletzt werden?
Ja! An der Innenseite des Ellenbogens verläuft der Ellennerv (Nervus ulnaris) Dieser Nerv kann sowohl infolge des äußeren  Druckes beim Unfall, als auch durch Druck im Oberarmgips, als auch bei der Operation selbst geschädigt werden.

Wie merkt ein Betroffener die Schädigung des Ellennerven (Nervus ulnaris)?

Druck Ellennerv

Taubheitsgefühl am Ringfinger und Kleinfinger

Betroffene merken bei Schädigung des Ellennerven (Nervus ulnaris) ein taubes Gefühl – oder auch eine Kribbeln – in dem schraffiert dargestellten Bereich der Hand.

Betroffene merken ein Taubheitsgefühl – manchmal auch in Kribbeln – an Ring- und Kleinfinger. Das Taubheitsgefühl kann begleitet werden von einer Schwäche der Hand. (Der Nervus ulnaris versorgt viele kleine Muskeln in der Hand)

Was sollte man in so einem Fall tun?
Tritt das Symptom erstmalig im Gips auf, so sollte man unverzüglich den Arzt aufsuchen. Eine der möglichen Ursachen ist ein zu enger Gips. Wird der Gips rasch gelockert, so erholt sich der Nerv meist schnell.

Können Bewegungseinschränkungen am Ellenbogengelenk nach einer Olekranonfraktur zurückbleiben?
Die meisten Olekranonfrakturen heilen gut aus und die Beweglichkeit am Ellenbogen ist nur sehr geringfügig eingeschränkt. Dennoch ist die funktionell störende Bewegungseinschränkung am Ellenbogengelenk gefürchtet. Besonders bei Trümmerbrüchen des Olecranons muss man damit rechnen.

Welche Komplikationen können durch die Operation verursacht werden?
Störungen der Wundheilung oder oberflächliche Infektionen der Weichteile verzögern zwar die Heilung; allerdings lassen sich diese Komplikationen durch einfach Maßnahmen an der Wunde und eventuell durch einen Einsatz von Antibiotika gut behandeln.

Wesentlich problematischer sind tiefe Infektionen des Knochens. Sie machen eine Nachoperation erforderlich. Das eingebrachte Metall (Drähte…Schrauben Platte ) muss entfernt werden.

Können als Folge des Olekranonbruches auch Spätschäden auftreten?
Ja! Wenn es nicht gelingt, das gebrochene Olekranon exakt einzurichten (reponieren) und in dieser Stellung zur Heilung zu bringen, so entsteht später zwischen dem Olekranon und dem gegenüberliegenden Teil des Oberarmes eine (oft schmerzhafte) Arthrose. Als Folge dieser Arthrose verschlechtert sich dann auch ganz allmählich die Beweglichkeit am Ellenbogen.

Arthrose Ellenbogen

Arthrose als Unfallfolge im Ellenbogen

Die Abb. zeigt einen Spätschaden nach Olekranonfraktur.

Der Gelenkspalt zwischen dem Olekranon (Ellenhaken) und dem Oberarm ist fast aufgehoben.

Der dort im Ellenbogen normalerweise befindliche Knorpel ist zerstört.

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