örtliche Betäubung Einführung

Einführung in die örtliche Betäubung

Viele Menschen haben Angst und Abwehr vor einer örtlichen Betäubung! Bedenkt man jedoch auch nur einen Augenblick die Alternative einer chirurgischen Maßnahme „ohne Betäubung“, so ahnt man sehr schnell, welche wunderbare Sache die „örtliche Betäubung“ ist:

Betaeubung_1ohne örtliche Betäubung einer kleinen Wunde ist die Haut-Naht kaum zu ertragen!

Tumor_Betaeubungohne örtliche Betäubung ist selbst die Entfernung und spätere Hautnaht eines kleinen Hauttumors (Fibroms) unerträglich!

Unter dem Begriff  „örtliche Betäubung“ (Lokalanästhesie) verstehen Arzt und Patient oft nicht das gleiche:

Viele Patienten verstehen unter örtlicher Betäubung jedes Anästhesie-Verfahren außer der Vollnarkose. Der Arzt hingegen versteht unter dem Begriff örtlicher Betäubung eine Anästhesieform, bei der das örtliche Betäubungsmittel direkt in den Bereich des Operationsgebietes oder des Schmerzherdes gespritzt werden.

Was ist denn dann neben der Vollnarkose keine örtliche Betäubung?
Neben der Infiltrationsanästhesie (örtlicher Betäubung) und der Vollnarkose unterscheidet der Arzt Nervenblockaden. Bei einer örtlichen Betäubung wird das Betäubungsmittel beispielsweise direkt unter die Haut eines kleinen Tumors gespritzt oder direkt unter die Hautränder einer Wunde. Diese Form einer örtlichen Betäubung ist vielen Menschen aus eigenem Erleben gut vertraut.

Bei einer Nervenblockade wird prinzipiell jedoch das Betäubungsmittel unmittelbar an einen oder mehrere Nerven gespritzt. Solche Regionalanästhesien sind zum Beispiel die Plexus-Anästhesie oder die Spinal-Anästhesie, aber auch am Finger oder Zeh die Oberst´sche Anästhesie.

Plexus_AxillaDie Abb. links zeigt eine Plexus-Anästhesie. Hier wird das Betäubungsmittel direkt an ein Nervengeflecht in der Achselhöhle injiziert. Die Operation kann dann beliebig irgendwo am Arm vorgenommen werden.

Was passiert bei einer örtlichen Betäubung? (Lokalanästhesie)
Wird ein Betäubungsmittel unter die Haut gespritzt so wird die Injektionsstelle vorher desinfiziert. Auch bei dieser alltäglichen Form der Betäubung ist es notwendig, die Hautkeime durch ein Desinfektionsmittel vorher abzutöten, damit diese nicht in die Tiefe unter der Haut verschleppt werden und dort einen Infekt verursachen.

Die eigentliche Betäubung erlebt der Patient als einen oder mehrere Einstiche durch die Haut. Die Spitze der Kanüle befindet sich dann in der unter der Haut liegenden Fettschicht. Durch Druck auf den Spritzenkolben wird dann das eigentlich örtliche Betäubungsmittel unter der Haut im Fettgewebe verteilt

Ist die örtliche Betäubung immer sehr schmerzhaft?
Die Infiltrations-Anästhesie (örtliche Betäubung) ist im Hinblick auf den dabei empfundenen Schmerz höchst unterschiedlich: In Regionen, die gut verschieblich sind, wie zum Beispiel die Bauchdecke, der Rücken und der Oberschenkel, kann das eingespritzte Betäubungsmittel (Lokalanästhetikum) sich leicht verteilen und verursacht wenig lokalen Druck und damit wenig Schmerzen. An anderen Stellen- zum Beispiel an Hand oder Fuß- besteht unter der Haut wenig Platz.

Das eingespritzte Betäubungsmittel muss von innen her sich einen Raum schaffen, wenn es aus dem Spritzenkolben unter die Haut gedrückt wird. Dies wird vielfach als unangenehm schmerzhaft empfunden. Neben diesen beiden sehr grundsätzlichen Aspekten, hängt die Schmerzhaftigkeit der örtlichen Betäubung jedoch auch vom Patienten und vom Arzt ab.

Ein ruhiger entspannter Patient wird deutlich weniger Schmerzen empfinden bei örtlicher Betäubung als ein aufgeregt angespannter Patient. Auch der Arzt kann durch die Technik der Infiltrationsanästhesie zur Reduktion des Schmerzes beitragen. Wird das Betäubungsmittel über eine dünne Kanüle sehr langsam unter die Haut gespritzt, ist meist das Schmerzerlebnis für den Patienten geringer als bei einer schnellen Injektion!

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