Handgelenks-Versteifung Operation

Operation zur Versteifung des Handgelenkes  (Arthrodese des Handgelenkes)

Wie wird die Handgelenks-Arthrodese (Versteifung des Handgelenkes) prinzipiell durchgeführt?
In der Mehrzahl der Fälle wird eine Platte  – ähnlich wie sie auch  zur Frakturbehandlung benutzt wird –  zwischen Speiche, Handwurzelknochen und Mittelhand angelegt.
Hierbei kann die Platte entweder am Zweiten oder am Dritten Mittelhandknochen an der Hand fixiert werden. Körpernah wird sie immer an der Speiche fixiert.

 

Die Abb. zeigt die Durchführung einer Arthrodese (Handgelenksversteifung) mittels einer Platte

Roentgen_HanddgelenksarthrodeseDie Abb. zeigt eine Handgelenksversteifung im Röntgenbild. die Aufnahme ist seitlich erfolgt. Bitte beachten Sie die Schrauben und die Lage der Platte.
Mit dieser Platte wird das Handgelenk in ganz leichter Streckstellung (circa 10°  versteift

In der Operation selbst werden die bereits zerstörten Knorpelschichten der Handwurzelknochen sowie der Speiche abgeschliffen. In die Hohlräume wird dann meist ein größerer Knochenblock aus dem Beckenkamm eingesetzt.
Es kommt dann in einem viele Monate dauernden Prozess zu einer allmählichen Verschmelzung zwischen Speiche, den Handwurzelknochen und der Mittelhand. Das Handgelenk wird steif (arthrodesiert).

Welcher Schnitt wird für die Versteifung des Handgelenkes gemacht?

ArthrodeseDie Abb. zeigt eine Operationswunde nach Arthrodese des Handgelenkes am 5. Tag nach der Operation. Die Drainage ist bereits entfernt

Fehlt denn bei der Knochenentnahme am Beckenkamm später nicht am Becken dieser Knochen?
Nein. Im Bereich des Beckenkammes hat jeder Mensch eine erhebliche Menge an Knochen auf den man ohne erkennbare Nachteile verzichten kann.
Als Folge verbleibt hier im Bereich des Beckenkamms eine Narbe von etwa 5 bis 10 Zentimeter Länge und oft auch eine leichte Eindellung im Bereich des Knochens, die sich aber im Verlaufe der Jahre mehr und mehr auffüllt.
Das dem Beckenkamm entnommene Knochengewebe ist notwendig, damit die Lücken zwischen den einzelnen Knochen mit körpereigenem Knochengewebe aufgefüllt werden.
Dann kann die Natur im Laufe vieler Monate und Jahre einen stabilen Knochenblock aus Speiche, Handwurzelknochen und der Mittelhand bilden.

Ist in jedem Fall eine Knochenverpflanzung aus dem Beckenkamm erforderlich?
Nein. Nicht in jedem Fall. Allerdings beschleunigt die Verpflanzung von Knochen aus dem Beckenkamm die Durchbauung der Arthrodese deutlich und macht sie auch sicherer.

BeckenkammDie Abb. zeigt eine 5 Tage alte Narbe am seitlichen Becken nach Entnahme von Knochen für eine Handgelenksarthrodese

Andererseits ist es gerade bei geeigneten Fällen jedoch auch legitim auf die Verpflanzung des Knochens aus dem Beckenkamm  zu verzichten. Kleinere Lücken können dann durch Knochenmaterial aus der Speiche aufgefüllt werden. Der Nachteil ist hier eine längere Zeit der Durchbauung. Der Vorteil ist gerade für Patienten mit ernsteren Nebenerkrankungen, dass Sie neben der Operation am Handgelenk keine zweite Operationsstelle haben und damit in vielen Fällen auch auf die Vollnarkose verzichtet werden kann.

Verliert man bei dem Eingriff viel Blut?
Nein. Der Blutverlust ist meist moderat, da während der Operation der Arm in einer Blutleere ist. D.h. eine Manschette am Oberarm sperrt den Blutfluss in die Hand ab. Hierdurch kann der Operateur während der Operation die feinen Strukturen im Handgelenk gut erkennen; der Patient verliert wesentlich weniger Blut als ohne Blutleere.

Gravierende Blutverluste sind nur bei Nachblutungen zu erwarten!

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