Glomus Tumor Diagnose

Diagnose des Glomus-Tumors

Wie wird ein Glomus-Tumor genau diagnostiziert?
Ein erfahrener Arzt – besonders ein Handchirurg – wird an einen Glomus-Tumor denken, wenn ein Patient starke Schmerzen an einer ganz bestimmten Stelle schildert, die besonders bei Kälte oder bei äußerem Druck provoziert werden.

Glomus Tumor am Daumen

Glomustumor unter dem Daumennagel mit heftigen Druckschmerzen

Die beiden Abb. oben lassen die Schwierigkeit bei der Diagnose erahnen: Die Abb. links zeigt einen unter dem Nagel liegender Glomus-Tumor, der nur minimal bläulich durch den Nagel schimmert. Wohl aber besteht eine hohe Druck- und Kälteempfindlichkeit

Glomus Tumor unter dem Nagelbett bei einer Operation

intraoperative Sicht auf einen Glomustumor unter dem Nagelbett

Die Abb.  zeigt den Glomus-Tumor nach Entfernung des Nagels und nach Eröffnung des Nagelbettes.
Der Glomus-Tumor ist eine aus Blutgefäßen bestehende „schwammige“ Masse (Schwarze Pfeile) Das Nagelbett wird seitlich durch ein Häkchen und eine Pinzette weg gehalten!

Welche Untersuchungen wird der Arzt durchführen?
Zunächst wird der Arzt den Drucktest vornehmen. Beim Drucktest wird auf die Stelle des manchmal durch den Nagel oder unter der Haut durchschimmernden Tumors ein ganz lokaler Druck ausgeübt. Der Test ist positiv und spricht für einen Glomus-Tumor, wenn im eigentlichen Tumorgebiet durch den Druck ein heftiger Schmerz provoziert wird, während bei Druck auf die Nachbarregionen des Tumors kein oder nur ein sehr geringer Schmerz ausgelöst wird.

Ein zweiter Test kann durchgeführt werden, wenn ein Dauerschmerz im Glomus-Tumor besteht. Man legt dann an dem entsprechenden Oberarm eine Manschette wie zum Blutdruck messen an. Diese Manschette legt man auf (genaugenommen über dem Arteriendruck) und verhindert kurzfristig, dass Blut in die Region des Tumors einströmt. Der Schmerz im Glomus-Tumor lässt dann deutlich nach.
Konkret kann man diesen Tourniquet-Test beispielsweise bei einem Glomus-Tumor am Fingernagel durchführen, indem man eine Blutdruckmanschette am Oberarm anlegt und dann das gleiche Verfahren praktiziert wie beim Blutdruck messen.

Kann ein Glomus-Tumor auch auf einer normalen Röntgenaufnahme erkannt werden?
Die meisten Glomus-Tumore machen keinerlei Röntgenveränderungen. Lediglich die seltenen Glomus-Tumore, die im Knochen gelegen sind, führen zu Knochenauflösungen an der betreffenden Stelle (zu Osteolysen). Diese besonderen Glomus-Tumore können im normalen Röntgenbild entdeckt werden.

Ist eine Ultraschalluntersuchung bei einem Glomus-Tumor sinnvoll?
Ja. Besonders, wenn der Glomus-Tumor in Nagelnähe oder unter dem Nagel lokalisiert ist, kann eine Ultraschalluntersuchung sehr hilfreich sein. Besonders kann man mit dem Ultraschall einen anderen, häufig an dieser Stelle lokalisierten Tumor (die Fingerzyste oder die mukoide Zyste) abgrenzen. Auch eine mukoide Zyste in der Nähe des Nagelbettes kann zu Störungen des Nagelwachstums und zu Schmerzen führen.

Welche apparative Untersuchung ist denn zur Diagnose des Glomus-Tumors am besten geeignet?
Es ist dies zweifelsfrei die Kernspintomografie (MRT Untersuchung). Hier kann der Tumor genau lokalisiert werden und auch seine Ausdehnung lässt sich auch schon recht gut abschätzen.

Welche Bedeutung hat die histologische Untersuchung bei einem Glomus-Tumor?
Die histologische Untersuchung ist absolut notwendig. Voraussetzung für die histologische (feingewebliche) Untersuchung ist jedoch, dass der Tumor bereits durch eine Operation entfernt wurde. Letztlich ergibt die histologische Untersuchung Gewissheit darüber, ob wirklich ein Glomus-Tumor vorlag und ob dieser gut oder bösartig ist.

Ist ein eruptives Angiom das gleiche wie ein Glomus-Tumor?

Granuloma pyogenicum an der Hand

ähnlich wie ein Glomustumor aussehendes Granuloma pyogenicum (Gefäßtumor)

Angiom am Finger

Gefäßtumor am Finger (Granuloma teleangiectacium)

Die beiden Abb. oben zeigen je ein eruptives Angiom am Finger. Früher wurde dieser Tumor auch als Granuloma pyogenicum bezeichnet. Gemeinsam ist dem eruptiven Angiom und dem Glomus-Tumor das sie äußerst gefäßreich sind. In der feingeweblichen (histologischen) Untersuchung können diese beiden Tumortypen jedoch gut von einander unterschieden werden.

zurück          weiter

Kommentare sind geschlossen