Fremdkörper in der Hand Operation

Operation: Fremdkörper in der Hand

Was wird bei der operativen Entfernung eines Fremdkörpers gemacht?
Zunächst muss man darauf hinweisen, dass überhaupt vor dem eigentlichen Eingriff, es zwingend geboten ist, eine vollständige Schmerzausschaltung des gesamten Areals, in dem der Fremdkörper sich befindet, zu erreichen.

Am besten wird eine Schmerzausschaltung des gesamten Arms vorgenommen. Dies erlaubt zusätzlich am Oberarm, eine Blutleere anzulegen, so dass die diffizile Präparation in der Hand in völliger Blutleere erfolgen kann. Hierdurch lassen sich die feinen Strukturen an der Hand sicher identifizieren. Auf diese Weise kann der Fremdkörper am besten erkannt und entfernt werden.

Fremdkoerper Dorn in einer Sehne

Dorn in einer Fingersehne

Dieser in der Strecksehne eines Fingers gelegene Dornen-Stachel hat 4 Wochen lang zu starken Beschwerden bei Fingerbewegungen geführt.

Ohne vollständige Schmerzausschaltung und Blutleere wäre der Stachel an dieser Stelle bei einer Operation nicht zu finden, da andernfalls das ständige Bluten keine einwandfreie Sicht auf die Strecksehne ermöglicht hätte.

Rosendorn

Rosendorn in einem Finger

Nur bei oberflächlich gelegenen Fremdkörpern im Finger – so wie bei diesem Rosendorn – ist alleinige Betäubung des Fingers (Oberst Anästhesie) und eine Fingerblutleere ausreichend, um den Fremdkörper sicher zu entfernen.

Was wird denn bei der Operation selbst gemacht?
Über dem vermuteten Fremdkörper wird die Haut nach den Regeln der Handchirurgie eingeschnitten. Auf der Greifseite der Hand ist dies ein winkelförmiger Schnitt, auf der Streckseite der Hand kann dies auch ein gerader Schnitt sein.

Dann wird durch das Fettgewebe in die Tiefe präpariert. Bei Metallsplittern kann zusätzlich während der Operation eine Durchleuchtung vorgenommen werden, wenn es schwierig ist, den Fremdkörper genau zu lokalisieren.

Nach Entfernen des Fremdkörpers wird die gesamte Region noch einmal genau inspiziert. Gerade wenn die Möglichkeit besteht, dass der Fremdkörper in mehrere Teile zerbrochen ist, oder dass mehrere Fremdkörper eingedrungen sind, muss auch nach Entfernen eines Fremdkörpers noch weiter die Region inspiziert werden, um eventuell kleine weitere Fremdkörperteile nicht zu übersehen.

Ist nach der Operation eine Antibiotika-Behandlung notwendig?
Dies hängt vom Einzelfall ab. Sicherlich ist bei einer schon beginnenden Infektion oder einem schmutzigen Fremdkörper eine vor der Operation begonnene Antibiotika-Behandlung sinnvoll.

Muss im Zusammenhang mit der Operation auch ein Tetanus-Schutz erfolgen?
Ja, das kann notwendig werden. Hier gelten die gleichen Regeln, wie auch bei einer frischen Verletzung. Eventuell muss ein Impfschutz aufgefrischt werden.

Was ist in der Nachsorge nach operativer Entfernung eines Fremdkörpers aus der Hand zu beachten?
In den ersten ein bis zwei Wochen muss jedoch nach einer Fremdkörperentfernung die Wunde immer wieder einmal vom Arzt untersucht werden, um zu sehen, ob die Wundheilung unproblematisch verläuft. Gerade nach Fremdkörper-Entfernungen besteht ein Infektionsrisiko.

Wann werden die Hautfäden gezogen?
Bei unproblematischer Wundheilung werden die Hautfäden meist nach 12-14 Tagen entfernt.

Muss eine Gipsruhigstellung erfolgen?
Dies ist nur in seltenen Einzelfällen notwendig, wenn ein größerer Fremdkörper in die Hand eingedrungen ist oder, wenn bereits eine Infektion eingetreten ist und ein größerer operativer Eingriff notwendig wurde.

Kann es nach einer Fremdkörperentfernung zu störenden Narben kommen?
Dies ist prinzipiell möglich, dass sich nach einem jedweden operativen Eingriff eine unschöne, auch funktionell störende Narbe einstellt. Eine z. B. winkelförmige Schnittführung, besonders auf der Greifseite der Hand, verringert diese Gefahr jedoch deutlich.

Wann kann man die Hand nach einer Fremdkörperentfernung wieder belasten?
Bei größeren, in die Hand eingedrungenen Fremdkörpern und einer schon etwas ausgedehnteren Operation sollte die Narbe gut 6 Wochen nicht  belastet werden. Auch die ganze Hand sollte keinen unnötigen Belastungen ausgesetzt werden.

Bedenken Sie, dass die Narben gerade an der Greifseite der Hand sehr lange empfindlich sind. Hier spüren viele Betroffene die Operationsnarbe rund ein halbes Jahr relativ unangenehm. Der Grund hierfür liegt in der hohen Dichte von Gefühlsnerven in der Hand.

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