Tennisarm Spritze

Injektion von Kortison (Cortison) beim Tennisarm (Epikondylitis)

Was ist zu tun, wenn relativ einfachen Maßnahmen wie Einreibungen, Physiotherapie oder auch Tabletten nicht helfen?
Wie bereits auf der Seite „Medikamente“ erwähnt, ist die konservative Behandlung des Tennis-Ellenbogens gestuft: Bei Versagen der 1. Behandlungsstufe („Vermeidung der auslösenden Ursachen, Physiotherapie, Medikamenteneinnahme…) wird die zweite Behandlungsstufe erwogen:
Die zweite Stufe besteht in Injektionen mit kortisonhaltigen Präparaten.

Das heißt es wird Kortison in den Ellenbogen gespritzt?
Es wird das Cortison nicht etwa in das Ellenbogengelenk gespritzt, sondern eine relativ geringe Menge Cortison wird an die krankhaft veränderten Sehnenansätze am Epicondylus infiltriert. Viele Ärzte verwenden hier zusätzlich auch noch andere Medikamente, die den Schmerz betäuben.

Die Injektion erfolgt in die krankhaft veränderten Sehnenansätze am Epicondylus radialis

Kortisonspritze Tennisarm

aseptische Durchführung einer Cortisoninjektion

Die Abb. zeigt die konkrete Durchführung der Injektion von Kortison beim Golferarm.

Die Injektion bei einer Epikondylitis radialis erfolgt statt an der Beugeseite des Ellenbogens an der Streckseite.

Eine sehr kleine Kortisonmenge wird an den Schmerzherd der Epikondylitis gespritzt.

Beachten Sie, dass die Injektion unter sterilen Bedingungen erfolgt. Dies ist der beste Schutz vor einer Infektion.

Hilft die Kortison-Behandlung immer?
Nein, sicherlich nicht immer! Allerdings ist für viele Menschen die Cortisonbehandlung eine höchst erfolgreiche Therapie, die den Schmerz oft nach wenigen Stunden oder nach wenigen Tagen drastisch verbessert.
Bitte bedenken Sie auch hier, lassen Sie sich nicht verführen durch eine drastische Besserung, nun die auslösenden Aktivitäten wieder in alter Weise durchzuführen. Der Rückfall ist dann sehr wahrscheinlich!

Ist die Kortison-Injektion schmerzhaft?
Angenehm ist sie sicherlich nicht! Ein erfahrener Arzt wird jedoch vor der eigentlich tiefen Injektion das Injektionsgebiet betäuben und sehr langsam das Medikament spritzen, so dass die Beschwerden sich in Grenzen halten.

Hat die Kortisoninjektion Risiken?
Ja, auch Injektionsbehandlungen sind nicht ohne Risiko und sie müssen in jedem Einzelfall gut abgewogen werden.
Zunächst einmal ist festzustellen, dass allgemein medizinische Risiken dieser Cortisoninjektion sehr gering sind, da nur Spuren des Cortisons in den Kreislauf gelangen und diese Kortisonmenge, die in den Kreislauf gelangt, extrem klein ist.
Dennoch kann dies auch einmal zu einer vorübergehenden Rötung und Blutdrucksteigerung führen, auch zu einer kurzfristigen Änderung des Zuckerstoffwechsels.

Menschen mit hohem Blutdruck oder Diabetes mellitus sollten hier unbedingt darauf achten, dass sie ihren behandelnden Orthopäden auf diese intern medizinischen Begleiterkrankungen hinweisen.

Weisen Sie ihren behandelnden Arzt jedoch insbesondere darauf hin, wenn Sie Medikamente einnehmen, die die Blutgerinnung beeinflussen! (z.B. Marcumar® , ASS100®, Aspirin®…..). In solchen Fällen kann die Injektion nicht vorgenommen werden, da ein hohes Blutungsrisiko besteht.

Welche lokalen Risiken bestehen?
Auch hier ist das Risiko gering, aber nicht vernachlässigbar:
Als lokale Risiken können Verschmächtigungen der Haut und des Unterhautfettgewebes eintreten. Dies ist besonders bei häufigeren Cortisoninjektionen zu befürchten.
Das schwerwiegendste lokale Risiko ist jedoch die tiefe Infektion. Diese Infektion tritt sicherlich nur sehr selten auf (statistisch ein Fall auf 10000 bis 20 000 Injektionen), dennoch bedeutet hier eine tiefe Infektion oft eine notfallmäßige Operation.

Die einwandfrei sterile Handhabung der gesamten Injektion senkt das Infektionsrisiko im Bereich der Injektionsstelle drastisch

Wie merkt der Betroffene diese Komplikation?
Im Falle einer Injektion kommt es meist wenige Tage nach der Operation zu einer zunehmenden Schwellung und Rötung. Das gesamte Injektionsgebiet beginnt immer stärker zu Schmerzen und oft auch empfindet der Betreffende Klopfschmerzen. Viele Betroffene berichten hier über eine Zunahme der Schmerzen in der Nacht.
Bei Druck auf die Region der Injektion werden die Schmerzen provoziert.
In einem solchen Fall sollten Sie unverzüglich den behandelnden Arzt aufsuchen, gerade bei einer tiefen Injektion ist Eile geboten, um das weitere Ausbreiten des Infektes nicht zu provozieren.

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