Tennisarm Diagnose

Diagnose bei Epikondylitis (Tennisarm)

Wie wird der Tennis-Ellenbogen genau diagnostiziert?
Ein Arzt wird einen Tennis-Ellenbogen  bereits vermuten, wenn ein Patient Beschwerden am seitlichen Ellenbogen schildert, die auch in die ellenbogennahe Muskulatur ausstrahlen. Und besonders wenn diese Beschwerden durch alltägliche Belastungen verstärkt werden.
Der Arzt wird dann durch einen lokalen Druck am seitlichen Tennis-Ellenbogen den Schmerz verstärken, zusätzlich wird eine Schmerzverstärkung auch bei Druck auf die Streckmuskeln in der Nähe des Epikondylus verstärkt. Ein besonders guter Test besteht darin, den Mittelfinger gegen Widerstand zu strecken, wird dann der Schmerz am seitlichen Ellenbogen verstärkt, so kann die Diagnose eines Tennis-Ellenbogens mit hoher Wahrscheinlichkeit gestellt werden.

Provokationstest bei Epikondylitis

Provokationstest beim Tennisarm

Bei Streckung des Mittelfingers (oder auch des Handgelenkes) gegen Widerstand wird der Schmerz am seitlichen Ellenbogen (roter Pfeil) verstärkt.

Prinzipiell könnte man diese Untersuchung ja auch bei sich selbst durchführen?
Ja, das ist richtig, den lokalen Druckschmerz hat im Prinzip jeder Betroffene schon bei sich ausgelöst, bevor er den Arzt aufsucht. Den Test des Anhebens des dritten Fingers gegen Widerstand kann man auch sehr gut mit der anderen Hand ausführen oder an einer Tischkante.

Ist zur Bestätigung der Diagnose eine Röntgenuntersuchung oder ein Bluttest erforderlich?
Die Röntgenuntersuchung und auch die Laboruntersuchung sind im strengen Sinne für die Diagnose der Epicondylitis nicht notwendig. Sinnvoll können diese Untersuchungen jedoch sein, wenn zusätzlich auch andere Erkrankungen erwogen werden. So kann man beispielsweise bei der Röntgenuntersuchung erkennen, ob alte Verletzungen im Ellenbogen bestehen, oder ob sich Kalkablagerungen im Bereich der Sehnenansätze gebildet haben.
Bei dem Bluttest kann man beispielsweise erkennen, ob der Rheumafaktor oder ob andere Entzündungsparameter erhöht sind.

Ist die Epikondylitis am Ellenbogen möglicherweise durch andere Erkrankungen vorgetäuscht?
Dies ist im Einzelfall möglich, die Epikondylitis ist zwar eine sehr häufige Erkrankung, dennoch müssen auch andere Krankheiten mit ähnlichen Symptomen vor einer spezifischen Behandlung (vor allen Dingen vor einer Operation) erwogen bzw. ausgeschlossen werden.

Welche Krankheiten sind dies im Einzelnen?
Bereits weiter oben wurde erwähnt, dass dies Erkrankungen der HWS (Halswirbelsäule) sein können, aber auch Schultererkrankungen (z.B. das Subakromialsyndrom) (SAS). Dies kann nicht nur zu Bewegungsschmerzen am Schultergelenk führen, sondern auch ausstrahlen in den seitlichen Oberarm und sogar bis zum seitlichen Ellenbogen.

Besonders ist jedoch zu nennen bei Schmerzen am seitlichen Ellenbogen die Arthrose eines oder mehrerer Gelenkabschnitte des Ellenbogengelenkes oder auch die Osteonekrose einzelner das Ellenbogengelenk bildender Knochen.

der rote Pfeil zeigt eine schwere Arthrose des Ellenbogens

Ellenbogen Arthrose

Arthrose am Ellenbogen

eine solche Arthrose kann ähnliche Beschwerden verursachen, wie eine Epikondylits

Unter Osteonekrose versteht man das Absterben einzelner Knochenteile.
Des Weiteren können auch freie Gelenkkörper im Bereich des Ellenbogens Symptome ähnlich wie bei einer Epicondylitis verursachen.
Ganz besonders wichtig ist jedoch, dass Nervenkompressions-Syndrome in der Nähe des Ellenbogens- und hier wurde schon das Supinatorschlitz-Syndrom genannt, zu einer Vortäuschung der Epikondylitis führen können.

Supinatorsyndrom Klinik

motorisches Spupinator-Syndrom

An der Stelle des roten Pfeiles ist eine Nerv (Nervus radialis) in einem Muskel komprimiert. Dies führt zu Schmerzen am seitlichen Ellenbogen.

(und manchmal – wie im Bild gezeigt – auch zu Streckbehinderungen der Finger

Wie können diese Erkrankungen im Einzelfall diagnostiziert werden?
Die Erkrankungen des Nerves erfordern zur exakten Diagnose oft eine neurologische Untersuchung mit ENG oder EMG.
Die Arthrosen oder Osteonekrosen im Ellenbogengelenk können meist mit einem Röntgenbild – im Zweifelsfall auch mit einer Kernspintomographie – nachgewiesen werden. Dies gilt auch für freie Gelenkkörper.
Im Zweifelsfall ist hier jedoch auch einmal eine arthroskopische Untersuchung sinnvoll, diese kann bei freien Gelenkkörpern auch gleichzeitig Therapie sein (Entfernung der freien Gelenkkörper).

Tennisarm:    1    2    3    4    5    6    7    8    9    10    11    12    13    14    15    16

Kommentare sind geschlossen