Rolando-Fraktur

Rolando-Fraktur: Diagnose und Therapie

Die Rolando-Fraktur ist ebenfalls eine Fraktur im Bereich des Daumensattelgelenkes. Hier liegt ein Y- förmiger Ausbruch der Basis des ersten Strahls vor.

Rolando Fraktur am Daumensattelgelenk

Röntgenbild einer Rolandofraktur

Das Röntgenbild zeigt eine Rolando-Fraktur an der Basis des Daumens.

Beachten Sie die Y-förmigen Bruchlinien, die in das Daumensattelgelenk hineinragen. (rote Pfeile)

Der blaue Pfeil zeigt eine alte Fraktur des 5. Mittelhandknochens

Warum ist die Rolando-Fraktur etwas „Besonderes“?
Die Rolando-Fraktur ist recht schwierig zu behandeln. Auch die Rolando-Fraktur ist – ähnlich wie die Bennett-Fraktur –  mit der großen Gefahr einer Daumensattelgelenksarthrose verbunden.

Warum ist dies so?
Die Bennett-Fraktur und auch die Rolando-Fraktur liegt häufig eine „Stufe“ in der Gelenkfläche.  (Stellen Sie sich anschaulich eine Beule in der Gelenkfläche vor). Bei jeder Stufe in einem Gelenk besteht die große Gefahr, dass der Gelenkknorpel langfristig zerstört wird. Es entsteht eine – oft schmerzhaft – Arthrose, die sich manchmal erst nach vielen Jahren in vollem Umfang ausbildet.

Wie kann man diese Gefahr vermeiden?
Die Stufenbildung in der Gelenkfläche entsteht meist schon zum Zeitpunkt des Unfalles. Das Ziel der Therapie besteht in einer Wiederherstellung der normalen Gelenkfläche. Anders ausgedrückt: Die verschobene Rolando-  und auch die verschobene Bennett-Fraktur – müssen reponiert werden?

Wie kann dies geschehen?
Meist muss eine operativer Behandlung erfolgen. Nur so kann man die einzelnen kleinen Knochenbruchstücke exakt zueinander stellen.In sehr günstigen Situation kann jedoch auch einmal eine geschlossene Einrichtung der Rolando-Fraktur gelingen.

Was geschieht bei der Operation?
Die einzelnen Bruchstücke werden in der Operation dargestellt und dann eingerichtet. (Bei den kleinen Verhältnissen am Daumensattelgelenk ist dies nicht einfach!). Nach der Einrichtung der Fraktur (der Reposition) wird die Fraktur mittels Schraube und/oder Draht fixiert.

Rolando-Fraktur: Röntgenbild nach einer Operation

Röntgenaufnahme nach erfolgreicher Operation einer Rolando-Fraktur

Die Operation der Rolandofraktur erfolgte hier mit Schraube und Draht.

Die kleine Schraube oberhalb des Gelenkknorpels sorgt für eine exakte Wiederherstellung der Gelenkfläche.

Der Draht sorgt für eine gute Ruhigstellung des 1. Strahles bis zur Ausheilung der Rolando-Fraktur.

Der eingebrachte Kirschnerdraht muss nach 4-6 Wochen entfernt werden. Die Schraube kann im Knochen verbleiben.

Ist eine Ruhigstellung der Rolandofraktur notwendig?
Ja. Die Nachbehandlung unmittelbar nach der Operation gleicht der Nachsorge bei der Bennett’schen Fraktur!

Kann die Rolando-Fraktur ohne Operation behandelt werden?
Ja! Dann erfolgt eine Gipsruhigstellung für etwas 4-6 Wochen. Die konservative Behandlung sollte jedoch nur erfolgen, wenn die Rolando-Fraktur nicht verschoben ist. (Oder schwerwiegende andere Gründe gegen eine Operation sprechen!)

Ist eine Verschiebung der Bruchstücke noch nach dem Unfall  möglich?
Ja. Dies kommt auch recht häufig vor. Der Arzt nennt dies eine sekundäre Dislokation der Fraktur. Um eine Dislokation frühzeitig zu erkennen, ist nach einigen Tagen der Gipsruhigstellung eine Röntgenkontrolle notwendig!

Was bei einer sekundären Dislokation einer Rolando – Fraktur zu tun?
Da der Bruch nach wenigen Tagen noch nicht fest verheilt ist, kann man die Operation auch noch nach gut einer Woche vornehmen und die sekundär verschobenen Bruchstücke operativ einrichten!

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