Mittelgelenks-Arthrose (Bouchardarthrose) Operation 1

Denervation des Fingermittelgelenkes zur Therapie der Bouchard-Arthrose

Welche operativen Möglichkeiten stehen für die Therapie der Bouchard-Arthrose zur Verfügung?
Im Prinzip kann die Bouchard – Arthrose mit drei Operationsverfahren behandelt werden:

1.  Denervation mit Entfernung der Gelenkschleimhaut (Synovialektomie)
2.  Versteifung des Gelenkes
3.  Gelenkersatz durch Kunstgelenk

Was versteht man unter Denervation des Mittelgelenkes?
Bei der Denervation des Mittelgelenkes bleibt die Gelenkmechanik im Wesentlichen unverändert. Die in das Gelenk ziehenden Schmerznerven werden unterbrochen. Hierdurch wird die Alarmglocke Schmerz gemindert, ohne dass die Beweglichkeit oder die sonstige Situation am Gelenk verändert wird.

Tritt dann nach einer Denervation keine Gefühlsstörung ein?
Nein. Die Denervation durchtrennt die in das Mittelgelenk ziehenden Schmerznerven. Ähnlich wie auch bei der Denervation des Handgelenkes werden nur die Schmerznerven unterbrochen. Die Gefühlsnerven werden bei einer richtig durchgeführten Denervation nicht geschädigt.

Durchtrennung eines Nerves, Denervation am Mittelgelenk bei Arthrose

Nervenversorgung eines Mittelgelenkes

In der Abb. sind die Schmerznerven (gelb), die in das Mittelgelenk des Zeigefingers, ziehen schematisch dargestellt.

Der erfahrene Handchirurg kann die Gefühlsnerven gut von den Schmerznerven des Gelenkes unterscheiden. Bei der Denervation werden selektiv nur die Schmerznerven, die in das Mittelgelenk ziehen durchtrennt

Wie hoch ist die Erfolgsquote der Denervation?
Von den drei genannten Operationsverfahren hat die Denervation sicherlich den Vorteil, dass es am wenigsten belastend ist. Der Nachteil der Denervation ist jedoch, dass sie weit aus weniger zuverlässig ist, als eine gelenkersetzende Operation oder eine Versteifung.

Die Erfolgsquote der Mittelgelenksdenervation liegt bei etwas 60%
Im Falle, dass eine Denervation bei Bouchardarthrose versagt, kann jedoch immer noch auf eines der beiden anderen Operationsverfahren:

  • Versteifung des Mittelgelenkes oder Kunstgelenk

ausgewichen werden.

Welche Risiken hat eine Denervation (Durchtrennung der Schmerznerven am Mittelgelenk)?
Die Aufzählung der Risiken ist immer nur individuell möglich. An dieser Stelle können nur allgemeine Risiken genannt werden: Die Risiken der Denervation am Mittelgelenk sind jedoch relativ gering:

Wie bei jeder Operation kann es zu Infektion der Weichteile oder zu einer verzögerten Wundheilung kommen. Seltener – aber sehr viel problematischer sind Infekte des Gelenkes selbst. Diese erfordern meist erneute operative Behandlungen.

Selten kann es auch einmal zu stärkeren Bewegungsstörungen kommen. Wie bei jeder Handoperation kann es auch bei der Denervation eines Mittelgelenkes zu einer Sudeck’schen Krankheit kommen. (auch Chronisch regionales Schmerzsyndrom oder  CRPS genannt).

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