Katzenbiss Narkose

Narkose bei Katzenbissverletzungen

Welche Narkose ist bei einer Bissverletzung zur operativen Behandlung notwendig?
Kann der Eingriff in einer Fingerbetäubung vorgenommen werden?
Bei einer Fingerbetäubung (Anästhesie nach Oberst) werden die Nerven am Grundglied eines Fingers betäubt. Diese Anästhesieform ist nur möglich, die Bissverletzung noch nicht infiziert ist und auf das Endglied oder das Mittelglied des Fingers beschränkt ist. Auf keinen Fall darf eine Fingerbetäubung erfolgen, wenn bereits eine in sich ausbreitende Infektion zu erkennen ist. Eine Infektion von Betäubungsmittel in den Bereich des Grundgliedes kann dann dazu führen, dass Bakterien durch das injizierte Betäubungsmittel in tiefere Anteile der Hand verstreut werden.

FingerbetauebungEine Fingerbetäubung – wie hier im Bild gezeigt – ist bei Infektion nach einem Katzenbiss nur selten möglich!

Das heißt, die meisten Tierbissverletzungen müssen in einer Betäubung für den ganzen Arm operativ behandelt werden. Für die meisten Tierbissverletzungen an der Hand ist dies sicherlich die beste Betäubung. Hierbei wird ein Betäubungsmittel an ein Nervengeflecht in der Axelhöhle injiziert. Die Betäubung des ganzen Armes setzt meist innerhalb einer halben Stunde ein.

Katzenbiss_EntzuendungDie Abb. zeigt den Grund warum eine Oberst-Betäubung des Fingers nach einem Katzenbiss nur selten möglich ist.

Der Katzenbiss am Mittelgelenk (roter Pfeil) ist erst rund 24 Stunden alt und dennoch reicht die Entzündung (Rötung) bereits bis an die Mittelhand.

Im entzündeten Hautbereich darf keine Injektion durchgeführt werden, da sonst Bakterien weiter in die Tiefe der Hand gedrückt werden!

Wann darf bei einer Tierbissverletzung diese Betäubung (Plexusanästhesie) denn nicht durchgeführt werden?
Wenn der Infekt fortgeschritten ist, und bereits eine Schwellung oder Rötung der Lymphbahnen am Oberarm zu erkennen sind, ist auch eine Armbetäubung (Plexus- Anästhesie) nicht mehr möglich, besonders dann, wenn eine Schwellung der Lymphknoten in der Axelhöhle vorliegt, darf hier kein Betäubungsmittel mehr gespritzt werden.

Was ist dann in einem solchen Fall für eine Betäubung notwendig?
Dann ist die operative Behandlung nur in Vollnarkose möglich.
Dies mag manchen Betroffenen sehr aufwendig, ja sogar risikoreich erscheinen. Sicherlich hat auch die Vollnarkose ihre speziellen Risiken, dennoch muss hier eine Abwägung erfolgen, dass durch einen fortschreitenden Infekt an der Hand geschehen kann. Oft sind hier durch einen sich ausbreitenden Infekt schwerwiegende Folgen zu beobachten.

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