Beugesehnenphlegmone OP-Risiken

Operationsrisiken bei Beugesehnenphlegmone

Welche Komplikationen sind nach der Operation einer Beugesehnenscheidenphlegmone zu erwarten?
Die häufigste Komplikation, nicht der Operation sondern des Infektes, ist die Bewegungsstörung. Nur ein sehr frühes operatives Vorgehen kann die Entwicklung gravierender Bewegungsstörungen infolge von Verwachsungen verhindern. Krankengymnastische Übungsbehandlungen sind nach dem Ausheilen des Infektes oft sehr sinnvoll, allerdings wird hierdurch vielfach nicht mehr eine Normalisierung erreicht.

Können auch Nerven bei der Operation einer Beugesehnenscheidenphlegmone verletzt werden?
Ja, dies ist möglich. Das ausgedehnte Entzündungsgebiet macht trotz einer Absperrung des Blutflusses durch eine Manschette am Oberarm die Übersicht im Bereich der Finger sehr schwierig. Oft liegen auch im Bereich von Nerven und Gefäßen ausgedehnte Entzündungsherde, die entfernt werden müssen.

Die Verletzung sowohl von Fingernerven als auch Gefäße ist eine, gerade im fortgeschrittenen Entzündungsfall, nicht ungewöhnliche Komplikation.

Operationsbild Beugesehne

Lage der Beugesehne (blauer Pfeil), Beugesehnenscheide (grüner Pfeil) und Nerv (roter Pfeil)

Die Abb. zeigt die enge Nachbarschaft zwischen der Beugesehne (blauer Pfeil), Beugesehnenscheide (grüner Pfeil) und Nerv (roter Pfeil)

Kann es bei einer Beugsehnenscheidenphlegmone zum Verlust des Fingers kommen?
Ja, auch Amputationen von Fingern sind bei Beugesehnenscheidenphlegmonen nicht ungewöhnlich.
Eine frühe rechtzeitige Behandlung senkt sicherlich das Risiko, dass es im Gefolge des Infektes zu Amputationen kommt.
Die Amputationswahrscheinlichkeit ist allerdings bei Menschen mit geschwächter Abwehr, wie zum Beispiel Diabetikern, Rheumapatienten, Dialysepatienten oder auch bei bösartigen Erkrankungen, deutlich höher.

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